Temporärer Blog mit Informationen zu Chinesischer Medizin und Qigong für die Zeit der Coronavirus-Pandemie

Tuesday, April 28, 2020

TCMconnect online - TCM-Beratung in besonderen Zeiten

Seit heute ist TCMconnect online, eine Initiative meines Studienkollegen MMag. Erich Stöger, Sinologe und Pharmazeut, zusammen mit den österreichischen Gesellschaften für TCM und dem Dachverband für TCM & verwandte Gesundheitslehren Österreichs, die sich zusammengeschlossen haben, um TCM-Unterstützung in pandemischen Zeiten anzubieten.

Dass die TCM auch bei uns in der Pandemie eine wichtige Rolle spielen könnte, habe ich ja schon öfter thematisiert. Bei all der Arbeit, die der Blog macht, komme ich leider gar nicht nach, die vielen Daten aus China zu sichten und zusammenzufassen, die die erfolgreiche Rolle der TCM sowohl bei der Vorbeugung als auch der Behandlung von COVID-19 dokumentieren, und mehr darüber zu berichten.

Jedenfalls ist dies eine wichtige und sehr sinnvolle Initiative zur Hilfe und Unterstützung für COVID-Patienten und Menschen aus den Risikogruppen. Die Pandemie ist bei uns zur Zeit ja unter Kontrolle, doch alles kann sich sehr schnell wieder ändern, und leider gehört die TCM trotz ihrer dokumentierten Erfolge nicht zu den therapeutischen Modalitäten, die in der Pandemiebekämpfung zum Einsatz kommen. In Österreich nicht, wie es konkret in den Nachbarländern aussieht, weiß ich nicht. In Italien war es zumindest so, dass das von China nach Italien entsandte Ärzteteam ­- es war das erste Mal, dass China auch TCM-Spezialisten ins Ausland schickte, um bei der Bekämpfung von COVID-19 zu helfen - die italienischen Mediziner von den Vorbeuge- und Behandlungsstrategien der TCM, durch Kräutermedizin, Akupunktur, Massage und Qigong, informierten, wie Zhang Boli berichtet, Rektor der Tianjin Universität für Traditionelle Chinesische Medizin, Leiter eines des nach Wuhan entsandten TCM-Teams und einer der wichtigsten TCM-Experten in der Pandemiebekämpfung.

„Die Kombination von TCM und westlicher Medizin hat zu bedeutenden Erfolgen bei Chinas Bemühungen zur Bekämpfung der Epidemie geführt“, betont Yang Junchao, Vizepräsident des Provinz-Spitals für TCM Zhejiang und einer der beiden TCM-Experten im nach Italien gereisten Ärzteteam. „Wir werden Chinas Erfahrungen in der Bekämpfung der Epidemie an Italien weitergeben."

Viele im Ausland lebende Chinesen nutzen die TCM zu COVID-19-Vorbeugung und auch zur Behandlung. Ein Beispiel: Im Landkreis Wencheng in Wenzhou in der Provinz Zhejiang, (von dort kommen sehr viele der in Österreich lebenden Chinesen) hat 40 WeChat-Gruppen eingerichtet, um Gesundheitsberatungsdienste für Auslandschinesen anzubieten, die aus dem Landkreis stammen. Jede WeChat-Gruppe hat fast 500 Mitglieder. (WeChat ist die am meisten genutzte Social-Media-App in China, ohne WeChat geht in China gar nichts.)

In jeder der WeChat-Gruppen gibt es einen TCM-Arzt, und alle Chinesen aus Übersee aus dem Landkreis Wencheng können in den WeChat-Gruppen um ärztliche Beratung bitten. Die Mitglieder der WeChat-Gruppen können ihre Symptome beschreiben, auch Ergebnisse von Labortests sowie Bilder des Zungenbelags hochladen und ärztlichen Rat einholen, der sowohl auf TCM als auch auf westlicher Medizin basiert.

Ein anderes Beispiel: Die Vereinigung der heimgekehrten Überseechinesen in der ostchinesischen Provinz Jiangsu hat die Online-Ordination des TCM-Spitals der Provinz Jiangsu eingerichtet, zur Unterstützung der im Ausland wohnhaften Chinesen und des weltweiten Kampfs gegen die Pandemie.

Laut Wu Wenzhong, Vizedirektor des Provinz-Spitals für TCM der Provinz Jiangsu, ist die Telefonnummer der Online-Ordination inzwischen zu einer internationalen Hotline geworden, da immer mehr Patienten Videoanrufe aus anderen Ländern tätigen, um medizinische Beratung für COVID-19 zu suchen.

Und es gibt noch viele weitere Beispiele. Auch aus Europa: In Budapest wird seit Ende Februar von einem chinesischen Arzt in zwei Budapester Bezirken täglich kostenlos Kräutermedizin zur Verfügung gestellt. Die Rezeptur basiert auf den Richtlinien für die TCM-Diagnose und –Behandlung der Neuen Coronavirus-Pneumonie, die von der Chinesischen Nationalen Gesundheitskommision veröffentlicht wurde.

Und jetzt gibt es bei uns in Österreich die TCMconnect-Initiative. Sie bietet Beratung und Behandlung durch TCM-Ärzte an, Konsultationen erfolgen über Videoschaltung, TCM-Heilmittel, falls benötigt, können durch mit der Plattform verbundene Apotheken zum Patienten nach Hause geliefert werden, und man kann sich auch zur Teilnahme an einer Anwendungsbeobachtung melden, was die Behandlungskosten reduziert.

Die Plattform ist seit heute online.

Genaueres auf der Website. Hier der Link: TCMconnect online

Asian Medicine and COVID-19

Asian Medicine ist eine multidisziplinäre Zeitschrift,   gerichtet an Forscher und Praktiker der asiatischen Medizin, in der wissenschaftlic...