Temporärer Blog mit Informationen zu Chinesischer Medizin und Qigong für die Zeit der Coronavirus-Pandemie
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Wednesday, May 12, 2021

Jiangzaocha 姜枣茶 - Tee aus Ingwer und roten Datteln

Letztes Jahr haben wir einige traditionelle chinesische Rezepte gepostet, die der Harmonie des Qi in der heißen Jahreszeit helfen: Mungbohnensuppe, Suppe mit Kudzu und Mais und Chrysanthemen-Goji-Beeren-Tee.

Hier nun ein weiteres Rezept: Jiangzaocha 姜枣茶 - Tee aus Ingwer und roten Datteln

Wie ich schon im Posting zur Zeitperiode „guyu 穀雨 - Getreideregen" angesprochen habe, ist es in den Übergangszeiten des Jahres wichtig, dafür zu sorgen, dass sich das eigene Qi den wechselnden Bedingungen anpasst und seine Harmonie bewahrt. 

Es ist normal, dass sich im Winter und im Frühling kaltes (oder auch feuchtes) Qi im Körper ansammelt, jemand, der schon länger Qigong praktiziert, kann dies auch wahrnehmen. Wenn das Wetter heißer wird, öffnet sich der Körper, doch hat das Yang-Qi nach der kalten Jahreszeit oft nicht die nötige Kraft, um das angesammelte feuchte und kalte Qi loszuwerden.

Im „Inneren Klassikers des Gelben Kaisers“ heißt es :„Im Frühling und Sommer muss das Yang genährt werden“. Darum dieser Tee aus Ingwer und roten Datteln, er wirkt der Erschöpfung des Yang-Qi entgegen und unterstützt dessen Ausbreitung und Verteilung im Körper. Durch das gestärkte Yang kann kaltes und feuchtes Qi beseitigt werden, und der Organismus wird gut auf den Sommer vorbereitet. Man kommt besser durch die heißen Monate und fühlt sich im Juli und August viel wohler. Das heiße Wetter ist auch eine Belastung für das Qi von Milz und Magen, dem wirkt der Tee entgegen, indem er Milz und Magen tonisiert.

Der Tee schafft Raum für die Prozesse, durch die Kälte und Feuchtigkeit zerstreut und ausgeleitet werden, wärmt die Mitte, korrigiert das Qi, stellt das Yang wieder her, trocknet Feuchtigkeit, schützt den Magen, fördert die Verdauung, nährt das Blut und stärkt das Herz.


Rezept:

6 Chinesische rote Datteln (hongzao 红枣 Jujubae Fructus)
6g Goji-Beeren (gouqizi 枸杞子 Lycii Fructus)
6 Scheiben Ingwer, ungeschält
1/2 l Wasser

Zubereitung:

Die Datteln vor dem Kochen entkernen und zerkleinern, damit die Inhaltsstoffe besser herausgekocht werden können. Alle Zutaten einen Topf mit kaltem Wasser geben und zum Kochen bringen. Zehn bis fünfzehn Minuten köcheln lassen. 

Man kann auch eine größere Menge zubereiten und im Kühlschrank aufbewahren. Vor dem Trinken aufwärmen.

Bei chinesischen Kräuterrezepturen werden die Kräuter nicht gegessen. Das gilt auch hier, Datteln, Goji-Beeren und Ingwer auf keinen Fall essen!

Täglich können ein bis zwei Tassen getrunken werden, aber nur in der ersten Tageshälfte! Den Tee nachmittags und abends nicht trinken.

Jetzt in der Übergangszeit zum Sommer* ist der Tee für jeden geeignet. Diejenigen, denen sogar im Sommer leicht kalt ist, können den Tee auch bis zu Herbstbeginn trinken.

Ingwer bekommt man überall. Goji-Beeren und rote Datteln kauft man am besten in einer Apotheke, die TCM-Kräuter führt. Rote Datteln können nicht mit anderen Datteln ersetzt werden.


*Von lixia 立夏 - Sommerbeginn - bis zu rufu 入伏, dem ersten Tag der chinesischen Hundstage, d.h. von Anfang Mai bis ca. Mitte Juli.

Tuesday, April 27, 2021

Jiang Luobo 酱萝卜 - Eingelegter Rettich

Über die Wichtigkeit von Congee oder Zhou als diätetisches Gericht haben wir schon geschrieben, und auch zwei Rezepte gepostet (hier und hier). 

Hier ist eine traditionelle Beilage dazu: Jiang luobo 酱萝卜 - Eingelegter Rettich.

Rettich ist ein wichtiges diätetisches Nahrungsmittel. Er unterstützt die Funktion der Lungen, wirkt befeuchtend (shengjin 生津), weitet die Mitte und stärkt die Funktion der Milz, wirkt Stagnationen im Verdauungstrakt entgegen, transformiert Schleim, und leitet innere Hitze aus. Wirkungen auf das Qi, die jeder von uns brauchen kann.


   Zutaten:

   250g weißer Rettich
   1 Teelöffel Salz
   1 Esslöffel Sojasauce
   ½ Teelöffel Zucker
   ½ Teelöffel Sesamöl
   Schwarzer Sesam
   Koriander (wer den nicht mag, kann Petersilie nehmen)


Zubereitung:

Den Rettich der Länge nach halbieren. Dann quer in sehr dünne halbmondförmige Stücke schneiden. In eine Schüssel geben und das Salz leicht einmassieren. 15 Minuten rasten lassen, dann unter kaltem Wasser abspülen und abtropfen.

Sojasauce und Zucker zum Rettich mischen. Zugedeckt zwei Tage im Kühlschrank lagern.

Vor dem Servieren den Rettich abseihen, d.h. die Marinade abtropfen lassen, die braucht es nicht mehr. Das Sesamöl untermischen, fertig.

Wenn man möchte, bestreut man den Rettich mit etwas schwarzem Sesam und gehacktem Koriander (oder Petersilie).

Tuesday, April 20, 2021

Guyu 穀雨 - Getreideregen

Ein paar Nachbemerkungen zum gestrigen Posting. Ich habe im gestrigen Video erwähnt, dass jetzt ein guter Zeitpunkt für Pai Qi 排氣 - das Klären des Qi" sei.

Ich habe damit auf den heutigen Tag angespielt, der im chinesischen Kalender den Namen Guyu 穀雨 - Getreideregen" trägt. Es handelt sich um einen der 24 Jieqi 節氣, der 24 solaren Begriffe oder Qi-Knoten des Jahres. Ein jeder von ihnen ist durch eine bestimmte Qualität des Qi (des Klimas, des Wetters, der Atmosphäre) charakterisiert. 

„Guyu - Getreideregen" markiert das Ende des Frühlings (der nächste Qi-Knoten in ca. zwei Wochen ist dann schon Lixia 立夏 - Beginn des Sommers"). Das Wetter ist zu dieser Zeit zwar noch wechselhaft, doch das Yang-Qi wächst und steigt, das Yin-Qi wird weniger und weniger, die Kälte nimmt ab, Wärme und Feuchtigkeit nehmen zu. 

Es ist in dieser Zeit wichtig, dafür zu sorgen, dass das eigene Qi nicht von den atmosphärischen Einflüssen (Feuchtigkeit, Wärme, Kälte) verletzt wird. Zu dieser Jahreszeit fällt oft Regen, ist das eigene gesunde Qi nicht stark genug, dann kann das feuchte Qi der Jahreszeit in den Körper eindringen und Schmerzen in Schulter, Nacken und Gelenken verursachen. 

Die Feuchtigkeit kann aber auch anderweitig zu Problemen führen. Isst man in dieser Zeit zu viel und bewegt sich zu wenig, fällt es dem Körper schwer, das feuchte Qi zu transformieren, was die Verdauung beeinträchtigen wird. 

Die Aktivität des Leber- und Nieren-Qi sind zu dieser Zeit schwächer, das Herz-Qi ist hingegen aktiver. Darum ist es wichtig, Dinge zu tun, die einen freuen, Spaziergänge im Grünen, Musik hören, im Freien Qigong und Taiji praktizieren, alles, was die Brust weitet und die Stimmung hebt. Indem man die Psyche positiven Einflüssen aussetzt und weniger an Ärger, Sorgen und Ängste denkt, werden das Qi der Leber und das der Nieren unterstützt (und man kann vermeiden, dass das Qi der Leber blockiert und entgleist).

In China ist es die Zeit der ersten Tee-Ernte. Zu den positiven Wirkungen von Tee auf die Gesundheit brauche ich hier nicht viel zu sagen, die sind ja bekannt. Vielleicht dies: Tee kann helfen, das kalte Qi, das sich während des Winter im Körper gesammelt hat, auszuleiten und die Entfaltung des Yang-Qi im Körper zu fördern. Da Tee geistig erfrischt, wirkt er auch der Frühlingsmüdigkeit entgegen. 

Getreideregen" ist die Zeit des Übergangs von Frühling zu Sommer. Im Jahr sind alle Übergangszeiten kalendarisch der Milz zugeordnet, konkret die 15 Tage vor und nach dem jeweiligen Zeitpunkt. Das Qi von Milz und Magen ist zu dieser Zeit stark, es ist also ein guter Zeitpunkt, um das Qi durch bestimmte Nahrungsmittel zu kräftigen. Isst man zu dieser Zeit recht und achtet auf den Einklang mit dem Qi der Jahreszeit, dann fällt (dem Organismus, dem eigenen Qi) der Übergang in den Sommer leicht. 

Diverse Getreide sind sehr zu empfehlen, Hafer, Hirse, Gerste, auch verschiedenste Bohnen, schwarzer Sesam usw. Das Qi der Leber freut sich über grüne Blattgemüse wie z.B. Spinat. Der zunehmenden  Feuchtigkeit kann man durch Lebensmittel wie Gerste, weißer Rettich, Radieschen, Mungbohnen, Adzukibohnen, Hiobstränen, Mandarinenschale, Lotuswurzel, Sojasprossen usw. entgegenwirken.

Wir haben letztes Jahr einiges dazu geschrieben und auch Rezepte gepostet. All dies gilt immer noch, auf dem Blog können diese Beiträge unter diesen beiden Links gefunden werden:

Yangsheng-Rezepte 1 & Yangsheng-Rezepte 2 

Tuesday, February 2, 2021

Nahrung für das Leben - Birnen- und Pastinakensuppe zur Unterstützung des Lungen-Qi

Aus Kerrys Serie „Nahrung für das Leben“

Alle Nahrung nährt das Leben… Die Zubereitung und der Verzehr von Nahrung stellen im TCM-Verständnis einen Transformationsprozess dar, durch den sich das kreative Yang-Qi des Individuums ausdrückt. 

Viele traditionelle chinesische Rezepte, die in die Kategorie „Nahrung als Medizin“ oder „ Diätetik“ fallen, sind bei uns nicht gut anwendbar und umsetzbar, aufgrund von bei uns nicht erhältlichen Zutaten, ungewohnten Geschmäckern, die unsere Gaumen überfordern, oder auch einfach deshalb, weil man ein gewisses Wissen von der chinesischen Küche haben und zumindest einige ihrer Kochtechniken beherrschen muss.

Doch wenn man die Prinzipien der Chinesischen Medizin versteht, vor allem, wenn man gelernt hat, differenzierte und komplexe chinesische Kräuterrezepturen zu erstellen und zu modifizieren, dann wird es möglich, die Küche in einen Apotheke zu verwandeln mit Hausmitteln, die der entsprechenden Jahreszeit und dem individuellen Gesundheitszustand des Individuums angepasst werden und die - in diesen pandemischen Zeiten - der allgemeinen gesundheitlichen Bedrohung entgegenwirken können.

Heute beginne ich mit einer kleinen Reihe von Rezepten, die in diese Kategorie der Hausmittel fallen. Es sind dies Rezepte, gedacht zur Förderung der Gesundheit eines jeden, zum Schutz gegen die immer noch präsente Bedrohung durch das CoVID-Virus und zur Hilfe gegen die Langzeitfolgen des physischen, mentalen und psychologischen Drucks, der auf so vielen Ebenen unser Qi schwächt und zum Stagnieren bringt.

Bei all diesen Rezepten gilt, dass die spezifischen Zutaten, ihre Menge und die Methode der Zubereitung diejenigen Schlüsselfaktoren sind, von denen abhängt, ob das Rezept eine bestimmte Wirkung auf das Qi hat oder nicht. Das muss einem bewusst sein. Natürlich kann jeder ein Rezept so ändern, dass es mehr dem eigenen Geschmack entspricht - tut man dies, wird es immer noch gutes, nahrhaftes Essen sein, nur ist es dann eben nicht mehr das Rezept, das von mir so geschrieben ist, das es eine spezifischere Wirkung auf das Qi hat.

Birnen- und Pastinakensuppe, um das Lungen-Qi zu nähren, zu kühlen und zu schützen

Zutaten (für zwei Personen):

1 EL Olivenöl
½ Stange Lauch, fein geschnitten
1-2 Knoblauchzehen, fein geschnitten
4-6 Pastinaken, geschält und gewürfelt
1 Karotte, geschält und gewürfelt
1 mittlere Kartoffel, geschält und gewürfelt
1 mittelgroße bis große Birne, geschält und gewürfelt (jede Art von Birne)
1,5 l Wasser
Prise Thymian
ein wenig Salbei
1 Lorbeerblatt
2 Teelöffel Miso (am besten roter oder brauner, aber jeder Miso ohne Zusatzstoffe ist geeignet)
Frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Zubereitung:

  • Öl in einem Topf erhitzen. Lauch anbraten, zugedeckt, solange, bis er glasig ist.
  • Knoblauch und den Rest des Gemüses dazugeben, ein paar Minuten unter Umrühren braten, bis das Gemüse weich zu werden beginnt.
  • Wasser, Thymian, Salbei und Lorbeerblatt dazugeben. Zum Kochen bringen und dann auf kleiner Flamme, zugedeckt, ca. 25 Minuten kochen.
  • Mit einem Mixstab pürieren, sodass die Suppe glatt, dick und cremig wird.
  • Vor dem Servieren den in etwas Wasser aufgelösten Miso und den Pfeffer hinzufügen.
Zwei mögliche Adaptionen:

  • Ist man sehr verschleimt, sind die Nebenhöhlen blockiert oder hat man eine leichte Verkühlung, dann lässt ersetzt man den Miso mit ¼ - ½ Teelöffel geriebenen Kren (Meerrettich). Der Kren wird am Ende hinzugefügt, wenn die Suppe fertig ist.
  • Erholt man sich von einer Krankheit, fühlt sich schwach, ist man anämisch, hat man ein geschwächtes Immunsystem, ist man fortgeschrittenen Alters, ist einem sehr kalt, dann bereitet man die Suppe statt mit Wasser mit hausgemachter Hühnerbrühe zu.
Die obige Kalligraphie des Zeichens 養 stammt von Liu Honggui 刘弘珪 (um 670). 養 yang bedeutet: nähren, pflegen, kultivieren

Tuesday, January 5, 2021

Medizinischer Reis-Congee

Hier ist ein medizinischer Reisbrei (Reis-Congee) mit einfachen, überall erhältlichen Zutaten. Dieses spezielle Rezept reguliert das Qi und hat spezielle schützende Eigenschaften für die Gesundheit, vor allem schützt es die Lungen, hilft dem Qi der Verdauung und unterstützt damit Ying-Qi 营气 und Wei-Qi 卫气, die beiden Qi-Aspekte des Immunsystems.

Zutaten:

1 Knoblauchzehe, klein geschnitten
1 Jungzwiebel, der weiße Teil, klein geschnitten
1 kleines Stück frischer Ingwer, klein geschnitten
Weißer Reis
Wasser
Verhältnis Wasser zu Reis ca. 10:1 (das muss nicht so genau sein)

Zubereitung:
  • Den Reis gründlich so lange mit frischem Wasser waschen, bis das Wasser klar ist.
  • Wasser, Reis und die restlichen Zutaten in einen großen Kochtopf geben, zudecken und zum Kochen bringen.
  • Sobald das Wasser kocht, abdecken und die Temperatur auf sehr niedrig stellen. Zwei Essstäbchen oder Messer über den Rand des Topfs legen, den Deckel darauf legen. So entsteht ein Spalt zwischen Topf und Deckel, durch den genügend Dampf entweichen kann, damit der Reis nicht überkocht und trotzdem nicht zu viel Wasser verdunstet.
  • Mindestens 45 Minuten oder auch länger kochen, die Kochdauer ist abhängig von der Art des Reises. Es ist wichtig, dass der Reis „zerfällt“, um eine cremige Konsistenz zu erzielen, aber er soll auch eine gewisse Textur behalten. Gelegentlich umrühren und Wasser dazugeben, wenn der Reis beim Kochen zu viel Flüssigkeit aufnimmt.
Zweimal täglich eine kleine Schale essen.

  • Knoblauch hat scharfe und wärmende Qi-Eigenschaften, er geht zu Milz, Magen, Lunge, Dickdarm, hilft bei Nahrungsstagnationen, treibt kalte Feuchtigkeit aus und wirkt bewegend auf das Qi. 
  • Das Weiß der Jungzwiebeln ist ebenfalls scharf und wärmend, geht zu Milz, Magen, Lunge, öffnet die Oberfläche und das Yang-Qi. 
  • Ingwer ist scharf im Geschmack, geht zu Lunge, Milz und Magen. Er harmonisiert die Mitte, wärmt die Lunge, hilft gegen Husten und wandelt Schleim und Feuchtigkeit um.
  • Reis ist neutral, tonisiert die Mitte, vermehrt das Qi, stärkt die Milz, harmonisiert den Magen, befeuchtet den Darm, schützt Magen und Darm und auch die Lungen.
Dies sind die Eigenschaften der einzelnen Zutaten, doch so aufgelistet, sagen sie einem noch nicht, was das Rezept macht, dafür muss man das Zusammenspiel der Zutaten verstehen.

Die Rezeptur besteht aus zwei Paaren von Zutaten, aus zwei Paaren von Aktionen:
  • Die Aktion von Reis und Knoblauch ist auf die Mitte gerichtet.
  • Ingwer und Jungzwiebel sind für die Bewegung zuständig, im ganzen Körper und auch zur Oberfläche.
Das Rezept hat zwei wärmende Zutaten (Ingwer, Knoblauch), und eine Zutat (Jungzwiebel-Weiß), die zwar auch wärmend wirkt, gleichzeitig aber auch Hitze ausleitet. Das Weiß der Jungzwiebeln besitzt diese spezielle Qi-Aktion, unerwünschte Hitze aus dem Organismus zu entfernen.

Diese beiden Wirkungen werden durch den neutralen Reis, der die Hauptzutat ist, ins Gleichgewicht gebracht: Der Reis ist neutralisierend, befeuchtet und nährt das Yin, und er nährt das Qi. - Kurze Anmerkung: Weißer Reiscongee für sich allein hat schon diese Wirkung, dass er das Yin und das Qi nährt.

Jungzwiebel und Ingwer haben die Funktionen, alle Qi-Wirkungen des Rezeptes zu aktivieren. Der Knoblauch hat die speziellste medizinische Wirkung in diesem Rezept, er hilft, sowohl externe als auch interne pathogene Faktoren loszuwerden. Der Ingwer harmonisiert alle Funktionen dieses Rezeptes, das im Ganzen wie eine Kräuterverschreibung wirkt. 

Das Harmonisieren ist eine sehr wichtige Funktion: es bedeutet die Unterstützung des natürlichen Funktionierens des Körpers, sodass er die Wirkungen des Rezepts extrahieren und integrieren kann. Das ist es, was ein Kochrezept zu einer medizinischen Rezeptur macht.

Das Rezept wirkt auf das erworbene Qi (houtian-qi 后天气). Sowohl das Qi der Mitte als auch das Qi der Brust - man kann auch sagen, mit der Verdauung der innere Aspekt des Qi-Immunsystems und mit den Lungen der äußere Aspekt des Qi-Immunsystems - werden unterstützt.

Friday, November 20, 2020

Ein Abendtee

Mandelmilchtee zum Stärken des Wei-Qi 卫气 (Yang-Abwehr-Qi), Bewegen des Xue 血 (Blutaspekt des Qi), Beruhigen des Xin-Shen 心神 (Herz-Qi und Geist).

Dieser Tee besteht aus bei uns gängigen und häufig verwendeten Zutaten, die aber auch alle in der klassischen Materia Medica der Chinesischen Medizin enthalten sind. 

Die Kombination dieser spezifischen medizinischen Zutaten stärkt nicht nur das Immunsystem und schützt vor grippeähnlichen Winterviren, sondern erwärmt auch das Qi und fördert die Durchblutung, wodurch Herz-Qi und Geist beruhigt werden. Auf diese Weise fördert die Rezeptur den tiefen und erholsamen Schlaf, welcher für die Wiederherstellung und den Schutz der Gesundheit von entscheidender Bedeutung ist.

Zutaten:

2 Tassen Mandelmilch
½ TL Kurkuma
¼ TL Zimtpulver
Eine Prise gemahlener schwarzer Pfeffer
1 Scheibe frischer Ingwer
1 TL roher Honig

Anleitung:
  • Alle Zutaten außer dem Pfeffer mit einem Mixer (oder mit einem Schneebesen) glatt rühren.
  • In einen kleinen Topf geben und bei schwacher Hitze unter ständigem Rühren ca. 5-10 Minuten erhitzen, bis die Flüssigkeit heiß ist. Schließlich den Pfeffer hinzufügen und gut umrühren. 
Den Tee warm trinken, aber nicht mehr als einmal pro Tag. Es ist am besten, wenn man den Tee abends vor dem Schlafengehen trinkt, aber in diesen pandemischen Zeiten kann es, wenn man sich schon am Nachmittag erschöpft fühlt, auch vor dem Nachmittagsschlaf sein.

Thursday, November 19, 2020

Ein Nachmittagstee

Dieser Tee ist das Äquivalent zu den „Freien und unbeschwerten Übungen“, er befreit das Qi, erlaubt dem klaren Yang aufzusteigen, beruhigt das Herz und wirkt gegen den durch den Lockdown hervorgerufenen Stress. 


Der Tee wirkt allgemein entspannend und stimmungsaufhellend, und hilft auch speziell gegen Reizbarkeit, Ungeduld, bitteren Geschmack im Mund und blockierte Verdauung (z.B. durch zu viel Sitzen im Lockdown). 

Der Tee hat neutrale Temperatur, d.h. er macht das Qi weder zu warm noch zu kühl, wirkt regulierend und ist für jeden geeignet


1 EL gelbe Chrysanthemenblüten
1 EL Kamillenblüten
1 TL Rosenblüten (oder Jasminblüten)
1 TL getrocknete Minzblätter oder 1 EL frische Minze
ca. 1 L Wasser
Honig, optional
4 dünne Scheiben frische Birne, optional

Zubereitung: 
  • Alle Zutaten (auch die Birnenscheiben) in eine Teekanne geben. Mit kochendem Wasser aufgießen und 20 Minuten lang ziehen lassen. 
  • Den Tee abgießen und die Birnenscheiben zum Essen herausnehmen. Vor dem Trinken den Tee leicht erwärmen und nach Belieben mit Honig süßen.
Es ist wichtig, dass Teekräuter und -blüten aus biologischem Anbau stammen.

Wednesday, November 18, 2020

Ein Morgentee: Pu'er (普洱茶 pu'ercha)

Wenn man noch nie hochwertigen Pu'er-Tee oder verwandte Tees getrunken hat, wird man den Tee als Überraschung erleben. Pu’er hat einen etwas erdigen Geschmack, er hebt die Stimmung und entspannt. Er enthält natürlich Koffein, doch stimuliert (hebt) er das Qi nur langsam.
 
Er unterstützt die Aufwärtsbewegung des klaren Yang-Qi und die Zirkulation des Lungen-Qi, und er weckt das Verdauungs-Qi. Dadurch, dass Pu’er-Tee das Qi reguliert und inmitten dieser stressigen pandemischen Zeiten auf den Tag vorbereitet, kann man sich gleichzeitig lebendig und ruhig fühlen.

Pu'er stammt aus der Provinz Yunnan und wird sowohl von den Chinesen als auch von den Tibetern geliebt. Die Tibeter mischen ihn normalerweise mit Yak- oder Kuhmilch und/oder Butter; die Chinesen brauen und trinken ihn als einfachen Tee und sich sich einig, dass Pu’er bemerkenswerte medizinische Eigenschaften besitzt.

Es gibt sowohl grünen, weißen als auch roten Pu’er, „rohen“ und „gereiften“ (also fermentierten), verkauft als loser Blatt-Tee oder gepresst als Teeziegel oder Teekuchen.

Bei uns ist meist nur der rote (schwarze) Pu’er als Blatt-Tee erhältlich, man findet ihn in Teegeschäften oder im Bioladen. In China ist er ein Kennerartikel, und ein guter, gealterter, gereifter Tee kann sehr teuer sein. 

Für unsere Zwecke ist gut genug, was wir in einem seriösen Biogeschäft finden können! Der Tee wird immer noch alle von mir beschriebenen medizinischen Eigenschaften haben und gut schmecken. 

Um dem Qi einen zusätzlichen Schub zu geben, kann man den Tee mit den chinesischen roten Datteln (Hong Zao 红枣) zubereiten, die ich schon in anderen Rezepten auf unserem Blog erwähnt habe. Dazu kocht man zuerst ein oder zwei rote Datteln 10 Minuten lang in Wasser, dann gießt man den Tee mit dem Wasser (inklusive der Datteln) auf. Wenn man möchte, kann man die Datteln nach dem Trinken des Tees essen.  

Eine weitere Variante ist, zusätzlich zu den Datteln ein paar Goji-Beeren hinzuzufügen (Zubereitungsart gleich wie beim Pu'er mit Datteln).

Wednesday, June 24, 2020

Lü Dou Tang 绿豆汤 - Mungbohnensuppe

Lü Dou Tang 绿豆汤 ist eine süße und leichte Suppe aus grünen Mungbohnen, die in ganz China beliebt ist. Die Suppe ist sehr nahrhaft und wird in der heißen Jahreszeit zur Abkühlung gegessen.

Mungbohnen fanden erstmals Erwähnung im aus der Ming-Dynastie stammenden Ben Cao Gang Mu 本草纲目 des berühmten Arztes Li Shizhen 李时珍,  einem der klassischen Bücher der chinesischen Materia Medica。

Mungbohnen kühlen, sie lindern Hitzschlag und Durst, beseitigen Giftstoffe und innere Hitze, sie fördern die Harnentleerung und lindern Ödeme. Sie wirken beruhigend auf das shen 神 (Geist, Psyche), stärken das ursprüngliche Qi (yuanqi 元氣),  harmonisieren die Organe und nähren die Haut.

Zutaten.

100 g Mungbohnen (gewaschen)
1 Liter Wasser
1 Teelöffel Kandiszucker (oder weißer Kristallzucker)

Zubereitung.

1 Liter Wasser zum Kochen bringen. Gewaschene Mungbohnen und Zucker hinzufügen, die Herdplatte abdrehen, den Topf zudecken und die Bohnen 20 Minuten lang im heißem Wasser einweichen.

Danach das Wasser wieder zum Kochen bringen. Die Herdplatte abdrehen und die Suppe abkühlen lassen.

Man kann die Suppe warm essen, üblicherweise lässt man sie jedoch auf Raumtemperatur abkühlen.

Die restliche Suppe kann bis zu drei Tage im Kühlschrank aufbewahrt und kalt oder auf Raumtemperatur erwärmt gegessen werden. Man kann sie natürlich auch ganz aufwärmen.

Wednesday, June 17, 2020

Babaocha 八宝茶 - Acht-Schätze-Tee speziell zum Schutz der Lungen

Hier ist ein zweites Acht-Schätze-Tee-Rezept, das Kerry geschrieben hat, in einer speziellen Kombination von Zutaten zu Schutz, Nährung und Kühlung des Lungen-Qi.

Der Tee besitzt die TCM-Eigenschaften, geistig und seelisch zu beruhigen, die Zirkulation von Blut und Qi zu fördern, das Lungen-Qi zu nähren und zu schützen, Wind-Hitze-Pathogene aus den Lungen zu entfernen, das Leber- und Milz-Qi zu nähren und zu harmonisieren sowie das aus Hitzeerschöpfung und Stress resultierendes Feuer zu unterdrücken, um die Augen zu klären.

Zutaten:

2 g gehackte Mandeln (blanchiert oder ohne Haut)
2 Birnenscheiben (am besten die asiatische „Nashi-Birne“, aber jede Art von Birne kann verwendet werden)
2g ju hua (Chrysanthemi Flos, Chrysanthemenblüten)
2g gou qi zi (Lycii Fructus, Goji-Beere)
1 hong zao (Jujubae Fructus, Chinesische rote Dattel)
2g mei gui hua (Rosae rugosae Flos, Rosenknospe)
½ g chen pi (Citrii reticulatae Pericarpium, getrocknete Mandarinenschale)
1-2g Kristall- oder Kandiszucker

Zubereitung:

Die roten Datteln (Hong Zao) und die getrocknete Mandarinenschale (Chen Pi) etwa eine halbe Stunde lang in einer kleinen Schüssel mit kaltem Wasser einweichen. Dann das Wasser abseihen und alle acht Zutaten in eine Teekanne geben, mit kochendem Wasser übergießen (ca. einen ½ Liter) und 10 Minuten ziehen lassen.

Man kann die Zutaten in der Kanne lassen und den Tee dann ein zweites Mal aufgießen.

Hinweis: Rosenknospen bekommt man in Geschäften wie Sonnentor oder in Teehandlungen. Goji-Beeren, rote Datteln, Chrysanthemenblüten, getrocknete Mandarinenschalen kauft man am besten in einer Apotheke, die TCM-Kräuter führt.

Tuesday, June 9, 2020

养生蘑菇汤 Yangsheng Mogu Tang - Pilzsuppe zum Nähren der Vitalität

Pilze aller Art sind eine wichtige Zutat von “Yangsheng”-Rezepten. Eine der im Westen bekanntesten asiatischen Sorten ist der Shiitake-Pilz; er verleiht Suppen, Eintöpfen und pfannengerührten Gerichten besonders viel Aroma. 

Er besitzt starke medizinische Qi-Wirkungen Vor allem wegen seiner antikanzerogenen Eigenschaften ist er in den letzten Jahren Objekt vermehrter naturwissenschaftlicher Forschung sowohl in Asien als auch im Westen.

In diesem Rezept wird eine Mischung von frisch erhältlichen Pilzen verwendet. Es wäre am besten, wenn immer auch frische Shiitake-Pilze dabei sind. Sind diese nicht verfügbar, kann man auch zwei oder drei getrocknete, schwarze Shiitake-Pilze verwenden (vorher in warmem Wasser einweichen).

Dieses Rezept ist köstlich in seiner Kombination von Schweinefleisch, Tofu, Frühlingszwiebeln, weißem Pfeffer, Goji-Beeren und chinesischen roten Datteln. 

Das Rezept besitzt eine Reihe wichtiger medizinischer Wirkungen: Es tonisiert Qi, Blut und Yin-Essenz, es beseitigt feuchte Hitze, stärkt das Nieren-Qi, harmonisiert das Leber-Qi und regt das Lungen-Qi an.

Natürlich kann dieses Rezept als vegetarische Variante ohne Schweinefleisch zubereitet werden.* Das verändert die Qi-Wirkung des Rezepts, es ist dann weniger nährend für das Blut, und es harmonisiert das Leber-Qi nicht. 

Als vegetarische Variante ist es jedoch immer noch ein wirksames diätetisches Rezept mit sehr positiven Auswirkungen sowohl auf das Qi als auch die Essenz. 

Das angeführte Rezept ist für zwei Personen gedacht.

Tofu-Schweinefleisch-Bällchen

Zutaten:

130 g mageres faschiertes Schweinefleisch
130 g Tofu (normaler weißer Tofu, kein Seiden-Tofu)
2 Frühlingszwiebeln, grüne Teile, fein gehackt
½ TL Salz
½ TL weißer Pfeffer
1 TL Sojasauce
¼ TL Zucker

Suppe:

1-2 TL Speiseöl
1 l kochendes Wasser
½ TL Salz
8 g Goji-Beeren
4 chinesische rote Datteln
250 g gemischte frische Pilze, in Stücke geschnitten 

Man kann z.B. 50 g Shiitake-Pilze, 50 g weiße oder braune Champignons, 50 g japanische Enoki-Pilze, 50 g Austernpilze, 50 g japanische Matsutake-Pilze (die japanischen Pilze findet man oft in Bio-Läden oder asiatischen Geschäften) nehmen. Man kann grundsätzlich aber jede beliebige Pilzsorte verwenden, Steinpilze, Portobello oder was es eben gibt. Wenn man keine frischen Shiitake findet, kann man getrocknete verwenden (in Bio- oder Asienläden findet man sie leicht). Getrocknete Pilze vor dem Kochen mindestens 30 Minuten in warmem Wasser einweichen. 

Zubereitung:

Das Faschierte in eine Schüssel geben. Den Tofu zuerst mit den Fingern zerkrümeln. Dieser Schritt ist wahrscheinlich etwas arbeitsaufwendig, je feiner man den Tofu zerbröselt, desto besser. Leider hat der bei uns erhältliche Tofu, außer wenn er von einer chinesischen oder japanischen Firma hergestellt ist, immer eine falsche Konsistenz. 

Den Tofu dann gründlich mit dem Fleisch mischen, pressen und verkneten. Die gehackten grünen Teile der Frühlingszwiebel und die Gewürze (Salz, weißen Pfeffer, Sojasauce, Zucker) dazugeben. Alles weiter mischen (mit einer kreisförmigen Bewegung, die immer in eine Richtung geht), bis das Fleisch Fasern zeigt und die Masse eine festere, klebrigere Textur bekommt. Dann werden die Fleischbällchen beim Kochen nicht zerfallen und leicht und locker bleiben.

Die Masse in der Schüssel in zwei Hälften teilen, und dann jede Hälfte in weitere drei gleiche Teile teilen. Jeden Teil zu einem Bällchen formen. Das ergibt dann 6 Fleischbällchen.

Das Öl in einem Wok oder in einem großen Topf erhitzen, die Fleischbällchen vorsichtig in das Öl geben und bei mittlerer Hitze anbraten, bis sie außen bräunlich sind. Dabei die Bällchen vorsichtig hin- und herbewegen, bis die Oberfläche braun und versiegelt ist. Das dauert etwa 2 bis 3 Minuten, die Fleischbällchen müssen nicht vollständig gegart sein, es geht hauptsächlich darum, dass sie beim Kochen nicht zerfallen.

Das kochende Wasser in die Pfanne geben, den restlichen ½ TL Salz hinzufügen, ebenso die chinesischen roten Datteln. Zudecken und bei mittlerer Hitze 10-15 Minuten kochen.

Den Deckel abnehmen. Falls Fett an der Oberfläche schwimmt, dieses entfernen. Die Pilze hinzufügen und ohne Deckel kochen, bis die Pilze gar sind (ca. 5 – 10 Minuten). Am Ende die Goji-Beeren dazugeben.

Sofort servieren und genießen!


*Man könnte zum Beispiel Bällchen aus Tofu und geraspelten Karotten machen, mit etwas Maisstärke und einem Ei zur Bindung. Man muss halt ein wenig experimentieren. Die Suppe wird wegen der Pilze dann immer noch sehr gehaltvoll schmecken.

Tuesday, June 2, 2020

Bao Bao Cha 八宝茶 - Acht-Schätze-Tee

Dieses Rezept stammt von den Hui, einer Minderheit, die im Nordwesten Chinas zuhause ist. Dort wird in einer aus dem 13. Jahrhundert stammenden Tradition Gästen oder älteren Verwandten dieses nährende und belebende Getränk serviert, das aus acht Zutaten (Kräutern, Früchten, Blüten und Zucker) besteht. In der Qing-Dynastie wurde dieser Tee in ganz China berühmt, als er der Kaiserinwitwe Ci Xi 慈禧太后 von ihren Ärzten verschrieben wurde, zur Erhaltung eines jugendlichen Körpers und eines klaren, ruhigen Geistes.

Es gibt viele Modifikationen dieses kaiserlichen Tees. Ich habe das Rezept speziell für unsere Pandemiezeit adaptiert. Der Tee ist in dieser Form für jedes Alter und jeden Gesundheitszustand geeignet.

Der Zutaten, in diesem speziellen Verhältnis kombiniert, tonisieren das Herz-Qi, beruhigen den Geist (shen 神), tonisieren und regulieren das Milz-Qi, stärken das Lungen-Qi, entfernen Wind-Hitze-Pathogene aus der Lunge, nähren das Yin-Qi der Nieren, nähren das Leber-Yin und das Blut, unterdrücken Feuer, das aus Hitzeerschöpfung und Stress resultiert, klären die Sinne, klären die Augen und entspannen.

Der Acht-Schätze-Tee ist keine medizinische Kräuterverschreibung. Es ist ein traditionelles Tee-Rezept zur Unterstützung der Yangsheng-Praxis (Yangsheng 养生 heißt wörtlich „ das Leben nähren“), ideal für alle diejenigen, die ihre Gesundheit durch Methoden wie Qigong, Selbstmassage, Atmen, gesunde Ernährung und einen moderaten Lebensstil verbessern und schützen möchten.

Zutaten:

2g sang ye 桑叶 (Mori Folium, Maulbeerblätter)
2g ju hua 菊花 (Chrysanthemi Flos, Chrysanthemenblüten)
2g gou qi zi 枸杞子 (Lycii Fructus, Goji-Beeren)
1 hong zao 红枣 (Jujubae Fructus, Chinesische rote Datteln)
½ g ren shen 人参 (Ginseng Radix, Ginsengwurzel)
2g mei gui hua 玫瑰花 (Rosae rugosae Flos, Rosenknospen)
½ g chen pi 陈皮 (Citrii reticulatae Pericarpium, getrocknete Mandarinenschale)
1-2g Kristallzucker oder Kandiszucker

Die angegebene Menge entspricht der täglichen Tagesdosis.

Zubereitung:

Ginseng, Datteln und getrocknete Mandarinenschalen etwa eine halbe Stunde lang in einer kleinen Schüssel mit ein wenig kaltem Wasser einweichen. Das Wasser dann wegschütten.

Alle acht Zutaten in eine Teekanne geben, mit kochendem Wasser (ca. ½
Liter) aufgießen und 10 Minuten ziehen lassen. Man kann die Zutaten in der Teekanne lassen und den Tee dann auch noch ein zweites Mal aufgießen.

Hinweis: Bio-Goji-Beeren, Rosenknospen und Maulbeerblätter bekommt man auch in Bio-Geschäften oder Teehandlungen (in Österreich z.B. Sonnentor, Haas & Haas Teehaus oder Denn’s). Am besten kauft man aber Goji-Beeren, Ginseng, rote Datteln, Maulbeerblätter, getrocknete Mandarinenschalen etc. in einer Apotheke, die TCM-Kräuter führt.

Friday, May 29, 2020

Suppe mit Kudzu und Mais - “Ge Gen Yu Mi Tang” 葛根玉米汤

Dies ist ein einfaches Rezept, für die Zeit, wenn das kühlere Frühlingswetter in die wärmeren Sommertage übergeht. Durch den Klimawandel ist es zu dieser Zeit bei uns oft zu trocken, oder das Wetter ändert sich häufig und wechselt zwischen ungewöhnlich kühl und ungewöhnlich heiß.

Das Qi des Körpers, insbesondere das Qi der Verdauung, kann in Übergangszeiten oder in Zeiten wechselhaften Wetters leicht aus dem Gleichgewicht geraten. Durch den Klimawandel verstärkt sich dieser Effekt, als TCM-Ärztin kann ich dies seit Jahren beobachten.

Sowohl der Klimawandel als auch die Covid-19-Pandemie sind klassische Beispiele für ein Umfeld, das die TCM als „extrem“ und „unbeständig“ charakterisiert, und bei dem der Mensch sein Qi täglich regulieren und ausgleichen muss, um seine Gesundheit zu erhalten.

Diese medizinische Suppe befeuchtet und schützt das Yin. Besonders schützt sie die Lunge, befeuchtet Augen, Nase und Rachen, befreit den Körper von leichter Hitze, beruhigt und öffnet den Magen, und erzeugt einen gesunden Appetit. Von den Qi-Eigenschaften her gesehen ist die Suppe von neutraler Temperatur und von leicht süßlichem Geschmack.

Zutaten:

12g Kudzu (Ge gen 葛根 - puerariae radix)
2 Maiskolben, in 3-4 cm Scheiben geschnitten (tiefgefrorener Mais kann als Ersatz verwendet werden, siehe Bemerkung weiter unten)
9g Citri reticulatae Pericarpium - Chen Pi 陈皮 (getrocknete Mandarinenschale), 20 Minuten in kaltem Wasser eingeweicht
80g getrocknete rote Adzuki-Bohnen, über Nacht in kaltem Wasser eingeweicht
80g getrocknete grüne Mung-Bohnen, über Nacht in kaltem Wasser eingeweicht
2 Liter kaltes Wasser

Zubereitung:

Bohnen und Chen Pi abtropfen lassen und und zusammen mit den restlichen Zutaten und dem kalten Wasser in einen großen Topf geben.

Bei starker Flamme zum Kochen bringen, dann abdecken und auf kleine Flamme reduzieren. Etwa 2 Stunden (oder länger) köcheln lassen, langsam, bis die Bohnen vollständig weich und zerfallen sind und die Flüssigkeit so weit reduziert ist, dass die Suppe eine cremige Textur hat.

Die Suppe wird in China so gegessen, dass man die Maiskolbenstücke herausnimmt und die Maiskörner vom Kolben isst, während man die Suppe trinkt.

Die Suppe wird ohne Salz zubereitet und kann auch so gegessenwerden. Oder man salzt sie etwas, wenn sie fertig ist. Keine anderen Gewürze dazugeben!

Die Suppe schmeckt etwas süß, sodass sie sich auch als Nachspeise eignet. In diesem Fall kann man etwas Zucker hinzufügen.

Erklärung der Zutaten:


Kudzu wird in der japanischen Küche verwendet. In Asiengeschäften oder auch Bioläden ist Kudzu üblicherweise leicht erhältlich. Links ist ein Foto von Kudzu der Bio-Marke „Arche“, es gibt auch andere Marken. Kudzu ist nicht billig, aber es ist eben Medizin und man braucht nicht viel. Der chinesische Name ist Ge gen 葛根 und es ist ein wichtiges Kraut der Materia Medica. Es tritt in die Meridiane von Milz und Magen ein und „hebt das klare Yang-Qi“, damit kann es die in den Muskelschichten des oberen Rückens, der Schultern und des Nackens eingeschlossene Wärme lindern. Es unterstützt das Qi des Magens und erzeugt Körperflüssigkeiten, da es von Hitze befreit und den Durst lindert.

Beim Mais ist es am besten, die ganzen Kolben zu verwenden. Yin- und Yang-Aspekt des Qi werden so ausgewogener genährt, da gleichzeitig das Qi der Verdauung reguliert und genährt und die Lunge befeuchtet werden. Man kann als Ersatz auch tiefgefrorenen Mais nehmen, der ist immer noch eine gute Zutat, die das Yin tonisiert und die Qi-Wirkung des gesamten Rezepts unterstützt.

Chen Pi 陈皮, citri reticulatae pericarpium, sollte man von einer seriösen TCM-Apotheke kaufen, um sicherzustellen, dass es nicht verunreinigt ist und korrekt hergestellt wurde. Chen Pi ist eines der am häufigsten verwendeten Arzneimittel der chinesischen Materia Medica und wird häufig in Kräutergetränken und Suppen verwendet. Es gelangt in die Meridiane von Lunge, Milz und Magen, stärkt das Milz-Qi, fördert und reguliert den Fluss von Qi, trocknet Feuchtigkeit und transformiert Schleim.

Die rote Adzuki-Bohne ist eine unglaublich nahrhafte Zutat und ebenfalls Teil der chinesischen Materia Medica. Sie gelangt in die Meridiane von Herzen und Dünndarm und befreit von feuchten Ödemen und feuchten Hitzetoxinen. Sie fördert das Magen-Qi und lindert den Durst.

Die grüne Mung-Bohne besitzt in der Materia Medica eine ähnliche Wirkung wie die Adzuki-Bohne, da sie Sommerhitze klärt und Reizbarkeit und Durst lindert. Sie tritt in die Meridiane von Herz und Magen ein und wird häufig in Kräutertees, Suppen und Reis-Porridge verwendet. Traditionell wurden getrocknete Mungbohnen auch als Kissenfüllung verwendet, gut für Augen und Ohren und um durch „Wind“ hervorgerufene Kopfschmerzen zu behandeln.

Tuesday, May 19, 2020

Chrysanthemenblüten und Goji-Beeren

Ein Tee zur Beruhigung der Leber, zum Nähren des Nieren-Yin und zur Klärung der Augen

Dies ist ein einfacher, traditioneller, medizinischer Tee aus China, zubereitet aus getrockneten Chrysanthemenblüten und Goji-Beeren. Er kann täglich während der heißen Sommermonate als warmes Getränk getrunken werden, um den Körper zu beleben und zu nähren.

Zutaten:

5g   Chrysanthemi Flos (Ju Hua 菊花)
2g   Lycii Fructus (Gou Qi Zi 枸杞子)
1/2  Liter Wasser

Zubereitung:

Chrysanthemenblüten und Goji-Beeren in eine Teekanne geben, die 1/2 Liter Flüssigkeit fasst. Das Wasser zum Kochen bringen, über die Kräuter gießen und 10 - 15 Minuten ziehen lassen.

Die Kräuter lässt man in der Kanne, während man den Tee trinkt. Man kann den Tee dann noch ein oder zwei weitere Male (oder sogar öfter) aufgießen, immer mit kochendem Wasser. Man belässt die Kräuter auch weiterhin in der Teekanne.

Man kann den Tee auch zuckern, mit etwas weißem Zucker. Dies macht man, um die medizinischen Eigenschaften des Tees anzupassen, damit in der heißen Jahreszeit durch Schwitzen verlorengegangene Körperflüssigkeit wieder aufgefüllt wird, oder dann, wenn man sich durstig und dehydriert fühlt. In diesem Fall ist es wichtig, dass man den weißen Zucker nicht durch einen anderen Süßstoff ersetzt.

Eigenschaften und Wirkung:

Das Qi von Chrysanthemenblüten hat folgende medizinische Eigenschaften: es ist sowohl süß als auch bitter im Geschmack, weist eine kühle bis leicht kalte Temperatur auf und gelangt in die Bahnen des Lungen- und Leber-Qi. Da es sich um ein bitteres, leichtes und aromatisches Kraut handelt, kann es nach oben schweben oder aufsteigen, um Hitze oder übermäßiges Yang-Qi im Oberkörper und im Kopf zu beseitigen. 

Da es sich auch um ein süßes Kraut handelt, das über die Qi-Bahnen der Leber und der Lunge in den Körper gelangt, kann es durch diese Bahnen auf- und absteigen - es tonisiert und kühlt das Leber-Qi gleichermaßen (welches empfindlich auf die hohe Sommerhitze reagiert) und leitet die Hitze aus, die sich nachteilig auf das Qi sowohl der Lunge als auch der Leber auswirkt. Durch die Assoziation des Leber-Qi mit den Augen ist es besonders effektiv bei der Beseitigung von Hitze und Reizungen der Augen.

Das Qi der Goji-Beeren ist süß im Geschmack, von neutraler Temperatur und gelangt in die Qi-Bahnen von Lunge, Leber und Niere. Wie ich bereits in einem früheren Posting erwähnt habe, handelt es sich um ein spezielles Heilkraut. Es wird als Tonikum für das Jing- oder Essenz-Qi bezeichnet, da es den Yin-Aspekt der Nieren und Lungen sowie den Blutaspekt der Leber anreichert. Gou Qi Zi ist ein Kraut, das, da es das Essenz-Qi so stark nährt, das Qi der Augen besonders nährt und klärt.

Wenn Chrysanthemenblüten und Goji-Beeren regelmäßig als Tee getrunken werden, dann unterstützen und nähren sie gemeinsam die Qi-, Blut- und Yin-Aspekte des Körpers, helfen der Lunge, die Sommerhitze zu zerstreuen, sie nähren und klären die Augen und lindern durch Hitze verursachte Irritationen, welche das Yang-Qi zum Steigen bringen und die Sinnesorgane stören. 

Bei uns bekommt man Goji-Beeren und Chrysanthemenblüten in Apotheken, die chinesische Heilkräuter verkaufen. Diese sind von höchster Qualität und reguliert, um sicherzustellen, dass sie sauber und ohne Verunreinigungen oder Toxine sind. Die Kräuter in chinesischen Läden werden nicht auf Pestizide getestet, und man kann von ihnen nur abraten! Gleiches gilt für den Kauf von abgepacktem Chrysanthementee online oder in anderen Geschäften.

Wednesday, May 6, 2020

Ein Rezept zum Nähren von Nieren-Qi und Blut

“Qi wei xue zhi shuai, xue wei qi zhi mu 气为血之帅血为气之母”. Übersetzt bedeutet das: „Das Qi ist der Kommandant des Bluts, das Blut ist die Mutter des Qi“.

Dies ist eine der grundlegendsten Lektionen, die ein TCM-Arzt lernen muss, um die wechselseitige Beziehung von Qi und Blut zu verstehen. Auf den ersten Blick ist das ein einfaches Konzept, das besagt, dass zuerst das Qi bewegt werden muss, um das Blut in Zirkulation zu bringen, und dass zuerst das Blut genährt werden muss, damit dass Qi genährt wird. In der Praxis erfordert es ein differenziertes Verständnis dafür, welcher Aspekt der Gesundheit eines Menschen zuerst behandelt werden muss, um Gleichgewicht zu erzeugen. Muss zuerst etwas bewegt, gelöst oder verteilt werden, um dann die Ressourcen aufzubauen? Oder ist zunächst vermehrt ein Nähren und Tonisieren notwendig, um die Aktivierung der Lebensprozesse zu ermöglichen?

Das sind die Fragen, die ein TCM-Arzt bei der Diagnose des Gesundheitszustands einer Person beantworten muss, um anschließend eine effektive Behandlungsstrategie für die Wiederherstellung des Gleichgewichts festzulegen. Im täglichen Leben, wenn wir versuchen, gesund zu bleiben und im Gleichgewicht, ist es immer wichtig, darauf zu achten, dass Bewegung und Nähren Hand in Hand gehen, ebenso wie Aktivität und Ruhe, auf physischer und auch auf mentaler Ebene.

Um das Yang-Qi der Niere zu tonisieren, ist in der Traditionellen Chinesischen Medizin eine Strategie zum Nähren des essenziellen Yin-Aspekts des Organismus nötig, d.h. dass die Wirkung der Rezeptur in das Qi-System des Bluts eindringen muss. Man kann das Yang-Qi nicht auf einfache Weise stärken; vielmehr müssen die wärmenden, aktivierenden Aspekte einer Rezeptur für das Yang-Qi der Nieren durch tonisierende Substanzen für das Blut und das Yin-Qi ausgeglichen werden. Die folgenden beiden Rezepte der chinesischen Diätetik (eines mit Rindfleisch, eines vegetarisch) basieren auf dieser Strategie. Durch eine Kombination aus Zutaten, die das Blut nähren und das Qi bewegen – mit besonderem Fokus auf dem Nieren-Qi –, sind diese Rezepte für alle Altersgruppen und Gesundheitszustände geeignet.

Das traditionelle Rezept wird mit Rindfleisch zubereitet, das als wirkungsvollste „blutbildende“ Zutat gilt, um das Yang-Qi der Niere zu tonisiseren. Für Qigong-Praktizierende und in der TCM im Allgemeinen wird jedoch geraten, weniger Fleisch zu essen als im Zuge eines normalen westlichen Speiseplans. Dieses Rezept ist für zwei Personen mit nur 100 g Fleisch pro Portion.

Für alle, die sich strikt vegetarisch ernähren, entspricht ein Gericht mit schwarzen Bohnen, Grünkohl, Tofu, frischem Ingwer, Sesamöl, frischem Koriander, Gojibeeren, Soyasauce und Shaoxing-Wein (d.h. Reiswein oder Sherry) diesem Rezept (wobei Frühlingszwiebeln nicht dabei sind). Ich arbeite gerade an einem derartigen Rezept, hatte aber noch keine Zeit, es zu testen. Wer jedoch Erfahrung mit pfannengerührten Speisen hat, kann selbst mit der Zubereitung eines eigenen Tonikums für das Yang-Qi der Nieren experimentieren!

Rindfleisch, Frühlingszwiebel und Ingwer, kurz gebraten, zum Nähren von Nieren-Qi und Blut

Zutaten:

200 g Rindersteak (oder anderes mageres Rindfleisch), in sehr dünne Streifen geschnitten
5 Frühlingszwiebeln, in 5 cm lange Stücke geschnitten (weiße und grüne Teile)
30 g frischer Ingwer, geschält und in dünne Scheiben geschnitten
1 gehackte Knoblauchzehe
1 Esslöffel Gojibeeren (5 Minuten in kaltem Wasser eingeweicht)
2 Teelöffel schwarzer Sesam (ersatzweise weißer Sesam)
Öl zum Braten (Rapsöl oder anderes Speiseöl)

Marinade für das Rindfleisch:

Eine Prise Salz
½ Teelöffel Zucker
½ Teelöffel Sojasauce
½ Teelöffel frischer Ingwer, gerieben
1 Esslöffel chinesischer Shaoxing-Wein (oder trockener Sherry oder Weißwein)
1 Teelöffel Maisstärke
1 Esslöffel Pflanzenöl (Raps- oder Erdnussöl)

Gewürze:

Eine Prise Salz
½ Teelöffel Zucker
1 Esslöffel chinesischer Shaoxing-Wein (oder trockener Sherry oder Weißwein)

Zubereitung:
  • Alle Zutaten für die Marinade in einer Schüssel mischen, das Rindfleisch dazu geben, 15 Minuten marinieren.
  • Wok oder Pfanne stark erhitzen, 2 Teelöffel Öl hineingeben, warten, bis es zu rauchen beginnt. Rasch das Rindfleisch (ohne Marinade) hinzufügen und 30 Sekunden flott pfannenrühren. Das Rindfleisch aus der Pfanne nehmen und auf einen Teller geben. Überschüssiges Speiseöl abgießen.
  • Die Pfanne (oder den Wok) mit 1 Esslöffel Öl erhitzen und sobald es raucht schnell Frühlingszwiebeln, Knoblauch, Ingwer und Gewürze hinzufügen. Zügig rühren und ca. 1 Minute braten.
  • Das Rindfleisch wieder in den Wok geben, die Goji-Beeren und den schwarzen Sesam hinzufügen und bei starker Hitze 30 Sekunden pfannenrühren.
  • Herd abdrehen und sofort servieren.
Dieses Gericht wird am besten mit einer Beilage aus braunem Reis, Hirse, Amaranth oder Buchweizen serviert. Auch dunkelgrünes Gemüse wie einfacher, gedünsteter Grünkohl, Mangold oder Brokkoli eignet sich als Beilage. Die Beilagen vor dem pfannengerührten Gericht zubereiten.

Schwarze Sesamkörner und Goji-Beeren sind in der TCM ebenfalls spezielle medizinische Substanzen und werden üblicherweise in diätetischen Rezepten verwendet, die als Tonikum für das Jing- oder Essenz-Qi wirken. Wenn diese beiden Zutaten nicht erhältlich sind, kann man sie auch weglassen. Schwarzer Sesam kann durch normalen Sesam ersetzt werden, der ein gutes Tonikum für das Qi ist.

Friday, April 24, 2020

Porridge aus Nüssen, Bohnen und Gerste

Dies ist ein nährstoffreicher Porridge, der dem Blut, dem Leber-Yin, dem Nieren-Qi und dem Milz-Qi eine richtigen Schub gibt.

Ältere Menschen, kleine Kinder oder diejenigen, der sich von einer schweren Krankheit erholen, können eine kleine Menge (ca. 1½ Tassen) an den meisten Tagen zum Frühstück essen. Für gesunde Erwachsene reichen 1½ - 2 Tassen, einmal pro Woche, um die medizinische Wirkung zu erzielen.

Man kann dieses Rezept auch als Nachspeise zubereiten, indem man mehr Wasser hinzufügt - der Porridge schmeckt ziemlich süß, selbst wenn fast kein Zucker (oder anderer Süßstoff) dazugegeben wird. Wenn man den Porridge als Nachspeise isst, dann in einer kleineren Portion, in etwa eine Tasse.

Zutaten:

150g rote Kidneybohnen
50g Erdnüsse (roh, oder geröstet ohne Salz)
50g Cashewnüsse roh, oder geröstet ohne Salz)
50g Gerste (ungekocht)
1 Teelöffel brauner Zucker
1.5 Liter Wasser

Zubereitung:
  • Die getrockneten Kidneybohnen einweichen. Man macht dies, indem man die Bohnen zum Kochen bringt, dann den Herd gleich abdreht und die Bohnen ca. 2-3 Stunden einweichen lässt. Das Einweichwasser wegschütten. Alternativ kann man die Bohnen über Nacht bei Zimmertemperatur in einem Topf mit kaltem Wasser einweichen.
  • Nüsse und Gerste vor dem Kochen waschen.
  • 1½ Liter Wasser zum Kochen bringen. Nüsse, Gerste und eingeweichte Kidneybohnen dazugeben und das Wasser wieder zum Kochen bringen.
  • Die Temperatur reduzieren, den Topf zudecken und 30 Minuten bei niedriger Temperatur weiterkochen. Umrühren, die Temperatur noch weiter reduzieren und weiterköcheln, mindestens eine weitere Stunde (weiterhin zugedeckt) oder bis die Bohnen und Gerste ganz weich sind. Man muss den Porridge beim Kochen hin und wieder überprüfen und bei Bedarf umrühren.
  • Sobald Bohnen und Gerste weich sind, zerdrückt man die Mischung ein wenig in einer Pfanne, um alle Aromen miteinander zu verbinden. Den braunen Zucker hinzufügen, umrühren und für weitere 20 Minuten auf niedriger Stufe köcheln. Warm servieren.
Anmerkung:

Man kann auch Kidneybohnen aus der Dose verwenden. In diesem Fall kocht man die Gerste zuerst etwa 45 Minuten lang mit den Nüssen, solange, bis die Gerste weich ist. Dann kommen die Bohnen dazu. Bohnen aus Konservendosen müssen nicht gekocht werden. Man gibt sie einfach zur Gersten-Nuss-Mischung, zerdrückt alles, fügt Zucker hinzu und kocht alles 20 Minuten lang. Dies ist nicht so „qi-nahrhaft“ wie wenn man getrocknete Bohnen verwendet, aber es ist immer noch eine sehr nahrhafte Mahlzeit.

Wenn kein brauner Zucker verfügbar ist, kann man ihn durch Ahornsirup, Gerstenmalz oder weißen Zucker ersetzen.

Wenn man dieses Rezept als süße Dessertsuppe zubereitet, verwendet man mehr Wasser (um eine dünnflüssigere Konsistenz zu erreichen) und etwas mehr Zucker.

Wednesday, April 8, 2020

Zweierlei Fleisch mit Goji-Beeren (枸杞炒两片 Gouqi Chao Liang Pian)

Dies ist ein traditionelles Rezept, speziell für rekonvaleszente Menschen, für ältere Personen, die sich schwach fühlen und durch psychische Belastungen leicht ermüden, für Frauen in der Mitte der Schwangerschaft, die Schwierigkeiten haben, sich zu konzentrieren, und für alle diejenigen, die gestresst sind, weil ihre Augen beim Arbeiten und Studieren überbelastet werden - durch das Lesen oder Schreiben auf Computern, Smartphones, Notebooks usw.

Zutaten und Zubereitung dieses Rezepts sind dergestalt, dass man es einfach zuhause zubereiten kann. Es ist eine Variante eines Rezepts der klassischen chinesischen Medizin, das durch die Stärkung des Yin-Aspekts von Qi (气) und Blut (Xue 血) die Tonisierung des Yang-Aspekts des Ursprungs-Qi (元气 Yuan Qi) zum Ziel hat.

Die einzige Zutat aus der Kräutermedizin in diesem Rezept ist Gouqizi 枸杞子 (Lycii Fructus), im Westen als Goji-Beere bekannt. Sie ist eine der wenigen Substanzen der Arzneimittellehre, der zugeschrieben wird, „das Ursprungs-Yin (Yuan Yin 元阴) als Unterstützung für das Ursprungs-Yang (Yuan Yang 元阳 )zu tonisieren“ – mit anderen Worten: Sie ist ein Tonikum für das Essenz-Qi (Jing 精).

Alle anderen Zutaten unterstützen diese Wirkung. Sie sorgen für die Balance von Yin und Yang, nähren Qi und Blut und stellen das ursprüngliche Qi und die Essenz wieder her. Die Goji-Beeren sorgen dafür, dass die Wirkung des Rezepts in die Meridiane von Nieren, Leber und Lunge gelangt.

Zutaten:

200 g Hühnerbrust ohne Knochen (ohne Haut), in dünne Scheiben geschnitten
200 g weißer Fisch (Kabeljau, Schellfisch, Seezunge, Heilbutt, Seelachs, Dorsch - auch tiefgefroren, wenn kein frischer Fisch verfügbar ist), in dünne Scheiben geschnitten
100 g Spinat (tiefgefroren, wenn nicht frisch verfügbar), gehackt
50 g Goji-Beeren, 5 Minuten in Wasser eingeweicht
1 Frühlingszwiebel, in 3 cm lange Stücke geschnitten
4 Scheiben frischer Ingwer (geschält)
2 Esslöffel Raps- oder anderes Speiseöl

Marinade für das Huhn:

½ Teelöffel Salz
1 Teelöffel Zucker
1 Teelöffel Sojasauce
1 Esslöffel Weißwein (oder Sherry oder chinesischer Shaoxing Reiswein, wenn verfügbar)
1 Esslöffel Raps oder anderes Speiseöl
1 Esslöffel Speisestärke (Maizena)

Marinade für den Fisch:

½ Teelöffel Salz
1 Teelöffel Zucker
1 Teelöffel Sojasauce
1 Esslöffel Raps- oder anderes Speiseöl

Ein Prise gemahlener Pfeffer, weiß oder schwarz

Zubereitung:
  • Die Marinaden in zwei Schalen mischen; in der jeweiligen Marinade Huhn und Fisch ca. 5 Minuten marinieren.
  • Wok oder Bratpfanne heiß werden lassen, einen Esslöffel Speiseöl hinzufügen; wenn das Öl sehr heiß ist und zu rauchen beginnt, die Hälfte von Ingwer und Frühlingszwiebeln etwa 10 Sekunden lang braten, bis sie duften.
  • Das Hühnerfleisch ohne Marinade hinzufügen und ca. 3 Minuten in der Pfanne unter ständigem schnellem Rühren braten. Dann den Fisch hinzufügen und weitere 2 Minuten rühr-braten. Aus der Pfanne nehmen, auf einem Teller beiseite stellen.
  • Erneut einen Esslöffel Öl in Wok oder Pfanne erhitzen, bis das Öl zu rauchen beginnt, dann den restlichen Ingwer und die Frühlingszwiebel braten bis sie duften. Spinat hinzufügen (gefrorener Spinat muss nicht aufgetaut werden) und etwa 2 Minuten rühren. Dann die Goji-Beeren hinzufügen und mit ein paar Tropfen Sojasauce und einer Prise Salz würzen. Dabei noch ca. eine Minute weiter rühren, bis der Spinat fertig ist. Zum Schluss Fisch und Huhn dazugeben und noch einige Sekunden braten.
Sofort servieren.

Dazu passen Congee (Reisbrei) oder gekochter bzw. gedämpfter weißer Reis (weißer Basmati oder duftender Jasminreis aus Thailand). Hirse ist ebenfalls eine gute Wahl als Beilage für dieses spezielle Rezept.

Das Pfannenrühren ist eine sehr schnelle Kochmethode. Dabei sorgen Hitze und Öl dafür, die „fünf Geschmacksrichtungen“ und andere Qi-Eigenschaften in den Lebensmitteln zu versiegeln. Es ist ratsam, alle Zutaten vorzubereiten, um sie rasch in die Pfanne zu geben, sobald das Öl heiß ist.

Tuesday, April 7, 2020

Reis-Congee

Congee oder Zhou 粥 ist ein schlichtes, einfaches Gericht aus weißem Reis, der in Wasser lange gekocht wird, ähnlich einem suppenartigen Brei. Er ist ein Grundnahrungsmittel der Chinesen und wird gleichermaßen von Jung und Alt gegessen, zum Frühstück, als Heilmittel, Tonikum oder auch als Nachtjause nach einem feuchtfröhlichen Abend mit Freunden.

Als Gericht der chinesischen Diätetik ist er von größter Bedeutung, weil er mild im Geschmack und von der Temperatur her neutral ist, eine weich und dennoch feste Textur besitzt und sowohl die Yin-Säfte nährt als auch die Yang-Qi-Funktion der Umwandlung von „Getreide und Säften“ unterstützt.

Mit anderen Worten: Congee besitzt sehr spezifische medizinische Wirkungen, welche als „Harmonisierung der Mitte", „Tonisierung" des Magen- und des Milz-Qi“ und „Regulierung des Qi der Verdauung“ bezeichnet werden. Diese medizinischen Wirkungen sind der Schlüssel zur Wiedererlangung und Erhaltung der Gesundheit.

Congee ist ein Gericht mit hohem Nährwert. Er kann mit anderen diätetischen Rezepten kombiniert werden, um deren Wirkung zu moderieren oder zu unterstützen. Und er kann für sich allein gegessen werden, um körperliche „Zustände des Übermaßes“ zu mildern, wie z.B. die Nebenwirkungen einer Behandlung mit Chemo- oder Strahlentherapie oder die selbstverursachten Auswirkungen von exzessivem Trinken oder Essen. Er kann auch der Hauptbestandteil einer Mahlzeit sein. Auf welche Art und Weise man seine harmonisierenden, ausgleichenden Eigenschaften nutzt, wenn er zentrales Element einer Mahlzeit ist, hängt vom individuellen Gesundheitszustand oder dem Grad des gesundheitlichen Ungleichgewichts ab.

Als Frühstücksbrei wird Congee üblicherweise mit einigen kleinen Beilagen wie Kimchi oder anderem eingelegten Gemüse gegessen, vielleicht mit einem gekochten Ei oder einem Spiegelei, mit etwas gebratenem Gemüse oder anderen Resten … wie ein Frühstück mit verschiedenen „Tapas“!

Zutaten:

1 Tasse Reis
10 Tassen Wasser

Zubereitung:
  • Den Reis gründlich so lange mit frischem Wasser waschen, bis das Wasser klar ist.
  • Wasser und Reis in einen großen Kochtopf geben, zudecken und bei starker Hitze zum Kochen bringen.
  • Sobald das Wasser kocht, abdecken und die Temperatur auf sehr niedrig stellen. Zwei Stäbchen oder Messer über den Rand des Topfs legen, den Deckel darauf legen. So entsteht ein Spalt zwischen Topf und Deckel, durch den genügend Dampf entweichen kann, damit der Reis nicht überkocht und trotzdem nicht zu viel Wasser verdunstet.
  • Mindestens 45 Minuten oder auch länger kochen (abhängig von der Art des Reises, den man verwendet: Es ist wichtig, dass der Reis „zerfällt“, um eine cremige Konsistenz zu erzielen, zugleich soll er fest genug bleiben, um eine gewisse Textur zu haben). Gelegentlich umrühren und Wasser hinzu fügen, wenn der Reis beim Kochen zu viel Flüssigkeit aufnimmt.
Reiscongee oder Zhou als wichtiges Gericht der chinesischen Küche (jeder in China liebt Zhou) und auch als wichtiges diätetisches Gericht ist den meisten unter uns sicher fremd. Nur Reis und Wasser, in der simpelsten Variation auch noch ohne Salz, ist nicht unsere Vorstellung von Kulinarik oder aufbauendem Essen. Wer des öfteren oder länger in Asien war, der wird Reis-Congee allmählich schätzen lernen. Man muss eben lernen, das Einfache und vordergründig Fade zu schätzen.

„Wenn man vom Großen Dao spricht, wie fade ist es und ohne Geschmack", heißt es bei Laozi.

Jeder Geschmack bedeutet eine Einseitigkeit und hat damit eine spezifische Wirkung, den Hintergrund oder die Möglichkeit aller Wirkungen findet man aber in dem, was neutral ist und ohne Geschmack. Gerade durch die Abwesenheit des Geschmacks vermag sich das Qi in der Mitte zu verankern und in alle Richtungen zu kommunizieren. Im Qigong sind es die Bewegungen in den vier Richtungen, die wirken, der Urgrund aller Wirkung findet sich jedoch nicht in der Bewegung, die notwendigerweise einseitig ist, sondern in der Stille und inneren Leere.

„Still und leer, dem folgt das wahre Qi", wie es im Inneren Klassiker des Gelben Kaisers heißt.

In der chinesischen Kräutertherapie und auch Diätetik entspricht dem die Einseitigkeit des Qi der verwendeten Substanzen (Geschmack, Temperatur, Meridian-Assoziation usw.). Diese Einseitigkeit erzeugt Wirkungen, aber auch diese Wirkungen sind auf eine Mitte bezogen, die durch das Neutrale und Einfache konstituiert wird.

Aus diesen wenigen Gedanken kann man vielleicht erahnen, was wesentlich ist an einem so simplen und unaufgeregten Gericht wie in viel Wasser gekochtem Reis.

Yuan Mei 袁枚 (1716-1797), einer der großen Dichter und Autor eines der berühmtesten Kochbücher Chinas, des „Speisezettels des Sui-Gartens“, äußert sich folgendermaßen über Congee:

Konfuzius spricht: Der Edle widmet seine Anstrengungen den Grundlagen. Erst wenn die Grundlagen feststehen, kann man über den Weg, das Dao sprechen." Congee und Reis sind die Grundlagen einer Mahlzeit, all die begleitenden Speisen sind extra. Nur durch das solide Wissen um die Grundlagen kann man über den Weg sprechen. Wang Mang sagte: ‚Reis ist der Befehlshaber der hundert Arten von Fleisch und Fischgerichten.' Ich sage dazu: Reis ist die Grundlage der hundert Geschmäcker."..

Oft sieht man reiche Familien, die zwar viel von guten Gerichten hoher Qualität, jedoch nichts von Reis verstehen. Sie verdienen es ausgelacht zu werden, so wie sie sich um Bagatellen kümmern und die Grundlagen vergessen. …

Die Süße von Reis ist hundert anderen Geschmäckern überlegen. Wenn ein Liebhaber guten Reis serviert bekommt, dann kann er ihn ohne irgendwelche Zuspeisen genießen...

Sieht man Wasser, aber keinen Reis, ist es kein Congee. Sieht man Reis, aber kein Wasser, ist es auch kein Congee. Wasser und Reis müssen auf harmonische Weise eins werden, in Weichheit und Sämigkeit, dann erst können sie Congee genannt werden. Meister Yin Wenrui sagte: Es ist besser, dass die Leute auf den Congee warten anstatt dass der Congee auf die Leute wartet." Es steckt viel Wahrheit in diesem wohlbekannten Satz. Wenn man den Congee zu lange stehen lässt, dann verändert sich sein Geschmack und er wird trocken.

In letzter Zeit machen die Leute auch Enten-Congee, indem sie dieses stark schmeckende Fleisch beigeben, oder sie machen Acht-Schätze-Congee durch Hinzufügen von Nüssen und Früchten. Aber all dies lässt Congee seinen eigentlichen Geschmack verlieren. Möchte man wirklich etwas hinzufügen, dann Mungbohnen im Sommer und Hirse im Winter. Wenn die Fünf Getreide miteinander gepaart oder Dinge aus derselben Kategorie verbunden werden, dann vermeidet man, dem Congee zu schaden.

Ich war im Haus eines gewissen Inspektors zu Gast, der verschiedene Gerichte auftragen ließ, die ganz ordentlich waren. Reis und Congee waren jedoch so plump und unkultiviert zubereitet, dass ich mich zum Schlucken zwingen musste. Nachdem ich nach Hause zurückgekehrt war, wurde ich sehr krank. Ich scherze gern mit anderen und sage: Dieses Unglück wurde durch den heftigen Zorn der Gottheiten meiner Fünf Organe verursacht, es gab nichts, was ich dagegen tun hätte können."

Asian Medicine and COVID-19

Asian Medicine ist eine multidisziplinäre Zeitschrift,   gerichtet an Forscher und Praktiker der asiatischen Medizin, in der wissenschaftlic...