Temporärer Blog mit Informationen zu Chinesischer Medizin und Qigong für die Zeit der Coronavirus-Pandemie

Thursday, December 31, 2020

Als Neujahrsgruß die „Drei Freunde des Winters"

Ich wollte vor dem Jahreswechsel noch ein Übungsvideo machen, aber es ging sich bei bestem Willen nicht aus. Karl Valentin hat es am besten ausgedrückt: „Wenn die stille Zeit vorbei ist, dann wird es auch endlich wieder ruhiger“. So fühle auch ich. Wenn es nach dem Jahreswechsel wieder ruhiger ist, dann gibt es endlich wieder den Raum und die Zeit, Qigong-Inhalte zu posten.

Hier jedenfalls als Neujahrsgruß ein berühmtes Bild aus der Song-Dynastie, das drei vornehme Freunde zeigt. Es handelt sich um die „Drei Freunde des Winters“ (sui han san you 歲寒三友): Kiefer (song 松), Pflaume (mei 梅) und Bambus (zhu 竹). 

Sie werden so genannt, weil sie durch die Fülle ihrer Lebenskraft der Kälte des Winters widerstehen. 

Die Kiefer steht für die Langlebigkeit. Der Bambus verweist auf die innere Leere, er ist biegsam, bricht nicht und zeigt solcherart vor, wie man sich schwierigen Umständen anpassen kann. Die Pflaume blüht inmitten des Schnees und verkündet als erste das Kommen des Frühlings. 

Diese Qualitäten und diese Fülle an innerer Kraft können wir in diesen Zeiten gut brauchen, das Bild ist darum Kerrys und mein Neujahrswunsch an alle.

Das Bild wurde von Zhao Mengjian 趙孟堅 (1199-1264) gemalt und hängt im National Palace Museum in Taipei.




Sunday, December 20, 2020

Die Wiederkehr des Lichts

Morgen kehrt mit der Wintersonnenwende das Licht zurück. Die Wiederkehr des einen Yang heißt es auf Chinesisch, yi yang lai fu 一阳来复. 

Im tiefsten Yin, der tiefsten Stille, der tiefsten Dunkelheit wird der Keim des einen Yang geboren, der im Verlauf des nächsten halben Jahres wächst und erstrahlt. 

Dies stellt auch das Grundprinzip des Qigong dar: durch die tiefe innere Stille wird das Yang-Qi geboren, das sich dann im Körper ausbreitet und diesen verwandelt.

Entspannung und Ruhe sind darum das Um und Auf im Qigong, sie stellen die Yin-Qualitäten dar, die die natürliche innere Bewegung des warmen lebensspendenden Yang erst ermöglichen.

In Irland befindet sich nicht weit von Dublin eine 
Brú na Bóinne genannte Ansammlung von neolithischen Kultstättenein, darunter das 5200 Jahre alte Ganggrab (Passage Tomb) Newgrange. Dieses ist so ausgerichtet, dass der erste Strahl der Morgensonne am Tag der Wintersonnenwende durch eine Öffnung über den Eingang in den Gang fällt und das Innere des Grabes erreicht.

Diese Wiederkehr des Lichts kann man in einem Livestream des Office for Public Works der Irischen Regierung miterleben, der morgen in der Früh und auch noch am Morgen des 22.12. um 8.45 UTC (entsprechend 9.45 MEZ) ausgestrahlt wird.

Hier der Link. Je nach Browsereinstellungen muss man unter Umständen bestimmte Cookies erlauben, dann funktioniert der Livestream. Zuerst „Please change your cookie preferences to see this content“ anklicken, dann unter „Allow“ die zwei Cookie-Kästchen abhaken und schließlich auf „Save preferences“ klicken.


Monday, December 14, 2020

Ein Text von Kerry: Das Yin während der Zeit des Neumondes sammeln

Heute ist der 14. Dezember, und ungefähr zu der Zeit, zu der ich anfange, diesen Text zu schreiben, geht der Neumond auf. Die drei Tage des Neumonds stellen eine Zeit besonderer Yin-Qualität dar, sie sind die Zeit des Monats, in der der Qi-Ausdruck des Yin am stärksten ist.

Yin-Yang im harmonischen Gleichgewicht (yinyang tiaohe 阴阳调和) lautet die Definition von Gesundheit in der Traditionellen Chinesischen Medizin. Dieser Begriff des harmonischen Gleichgewichts ist sehr umfassend, er bezieht sich gleichermaßen auf das Universum, auf unseren Planeten, auf die Natur und auf den Menschen. In all diesen Zusammenhängen bedeutet der Begriff „harmonisch“ dasjenige Zusammenspiel der Qi-Prozesse, zur richtigen Zeit und am richtigen Ort, das angemessen und nötig ist, um die Integrität des Ganzen zu gewährleisten - der Person, des Planeten, des Sonnensystems usw. Einfach gesagt, es dreht sich alles immer um Yin und Yang, ihr beständiges, regelmäßiges Fluktuieren und Interagieren.

Die Mitternacht ist die Zeit des größten Yin im Tageslauf, der Neumond bezeichnet den Zenith des Yin-Qi im Monatslauf, und im Winter erreicht der Yin-Aspekt des Qi seine Fülle und das Yin-Qi gelangt mit der Wintersonnenwende an seinen Höhepunkt.

Für jemanden, der Qigong praktiziert, stellen die Umschlagpunkte von Yin oder Yang eine Gelegenheit dar, „mit dem Strom zu schwimmen“ und sich dem Fluss der transformativen Qi-Bewegung anzuvertrauen. Mit anderen Worten, man kann die Übungspraxis nutzen, um die Qi-Essenz des Körpers zu festigen und zu regulieren. Das Üben von Qigong zu diesen bestimmten Zeiten bringt einen in Resonanz mit den universellen Rhythmen, das Qi des Menschen reagiert dann mit den stärksten Yin- oder Yang-Eigenschaften des Qi der Natur und integriert sich mit ihnen.

Das Qi fließt während der Zeiten des größeren Yin nach unten und innen, zur Festigung und Stärkung. Man kann dies als eine Art schwere Stille fühlen, vielleicht fühlt man sich auch geerdeter, oder einfach schläfriger! Das Qi nach unten fließen zu lassen, so wie man guten Wein in ein leeres Gefäß gießt, bedeutet, die eigenen tiefsten Schichten zu nähren, als Vorbereitung auf die bevorstehenden Veränderungen. Es ist eine Zeit, in der man sich auf die größere Kraft des Yin stützt, um nachzugeben und empfänglich zu sein. In der nächsten Phase der jährlichen Qi-Prozesse, wenn das Yin abnimmt und das Yang zu steigen beginnt, wird die aktive Energie, die es braucht, um motiviert und kreativ zu bleiben, dann durch eben das unterstützt, was während der Zeit des größeren Yin gesammelt wurde.

Ich schreibe dies als Ermunterung und Anregung für alle. Heute Abend und in den nächsten zwei Tagen, wenn die spezielle Yin-Energie des Neumondes noch am stärksten ist, aber eigentlich auch in den weiteren Tagen, da ja die Wintersonnenwende naht, all dies sind besonders gute Zeiten, um das Yin-Qi zu sammeln. 

Alle Arten von Qigong-Methoden sind dafür geeignet. Es gibt natürlich spezielle Methoden für diese Kulminationszeiten von Yin und Yang, die von Meistern verschiedener Traditionen angewendet werden, aber wir brauchen diese nicht. Die Prinzipien des Qigong bleiben ohnehin immer die gleichen - es ist in der Stille, dass sich das Qi sammelt, und es ist durch Entspannung, Weichheit und Offenheit, dass sich das Qi bewegt.

Die Übungen der letzten Monate sind gut dafür. Die „Leichten und Unbeschwerten Übungen“ ( die das Qi öffnen, glätten und weich machen), die Sechs Heilenden Laute (die das Qi klären und öffnen), ruhiges Atmen, Meditation oder Massage (die das Qi beruhigen und besänftigen), durch all diese Formen der Qigong-Praxis kann man das Yin sammeln und das Qi nähren und motivieren.

Damit kann man das regelmäßige, tägliche Üben zu eine Art Verjüngungspraxis machen, zu etwas, das uns gleichermaßen erdet und motiviert und die Harmonie von Yin und Yang zum Ausdruck bringt.

Sunday, December 13, 2020

Weitere Songs of Comfort

Ein weiteres musikalisches Zwischenspiel. Ich bin in den letzten Tagen einfach nicht dazu gekommen, das angekündigte Video mit allen "Unbeschwerten Übungen" zu drehen, darum hier ein paar weitere "Musikstücke of Comfort":

Eine etwas eigenwillige Mischung, aber warum nicht...

Als erstes "Gebet" von Ernest Bloch. Dieses Video hat Yo-Yo Ma gestern im Rahmen seiner Songs of Comfort auf YouTube gestellt.  

Beim zweiten Video handelt es sich um ein Tiny Desk Concert, das Yo-Yo Ma vor zwei Jahren für National Public Radio (NPR) gegeben hat.

Im dritten Video spielt Wu Man 吴蛮, Mitglied von Yo-Yo Ma's Silkroad Ensemble, auf der Pipa 琵琶 ihre von buddhistischer Musik des 9. Jahrhunderts inspirierte Eigenkomposition "Night Thoughts".

Dann das Lied "Blewu" der togolesischen Sängerin Bella Bellow, vorgetragen als "Song of Comfort" von Yo-Yo Ma zusammen mit Angelique Kidjo, und schließlich noch einmal Angelique Kidjo, mit einer Proben-Aufnahme des "Indépendance Cha Cha" von Le Grand Kallé, als sehr persönliche Hommage an den kamerunischen Saxophonisten Manu Dibango, der heuer im März in Paris am Coronavirus verstorben ist.






Wednesday, December 9, 2020

Die sechste "Leichte und Unbeschwerte Übung"

Hier ist nun die sechste der Unbeschwerten Übungen, ähnlich einfach und leicht zu lernen wie die anderen. 

Die Bewegung besteht aus einem Heben und Senken, Öffnen und Schließen, damit orientiert sie sich an den Grundrichtungen des Qi, fördert und unterstützt die Qi-Bewegung in all diese Richtungen und reguliert vor allem die Qi-Aktivitäten der inneren Organe.

Wenn man diese Übung länger übt, dabei immer ruhiger und entspannter wird und sich die tiefe Versenkung in den Qigong-Zustand erlaubt, dann kann und wird sich das Qi besser ordnen.

Diese höhere und stabilere Ordnung des Qi führt zu einer stabileren Gesundheit, wahrscheinlich auch zu einer besseren Laune (braucht jeder heutzutage dringend) und zu einem generellen Gefühl des Wohlbefindens (brauchen wir auch dringend).




Sunday, December 6, 2020

Songs of Comfort - Lieder des Trostes

Heute ein etwas anderes Posting, mit drei kurzen Songs of Comfort, gespielt von Yo-Yo Ma. 

Yo-Yo Ma hatte im März, zu Beginn der Pandemie, die Idee zur Initiative #SongsofComfort, in der er das Publikum bat, unter diesem Titel Videos mit Musik oder auch anderen Inhalten zu posten, die dann auch vom öffentlichen Sender PBS veröffentlicht würden. Mir war das im März entgangen, sonst wäre das schon früher auf diesen Blog gekommen. Yo-Yo Ma's Aufruf stieß auf große Resonanz, in den vergangenen Monaten haben unzählige Menschen Videos auf die diversen sozialen Medien gestellt.

Ich übersetze hier aus Yo-Yo Ma's Interview mit PBS (das ganze Interview kann man unter diesem Link ansehen bzw. nachlesen):

„Nun, ich war im Büro und wir unterhielten uns, und da hatte ich die spontane Idee etwas zu tun, das in dieser Zeit den Bedürfnissen der Menschen dient. Musik hat mich irgendwie immer getröstet. Musik ist das, was ich tue und das Beste, was ich anbieten kann. Ich weiß, viele Menschen haben ein Wissen und tun damit alles, was ihnen möglich ist. Und hier ist etwas, was ich tun kann. …

Als ich 19 war, hatte ich einen Lehrer, der sagte: Yo-Yo, du hast deine Stimme noch nicht gefunden. Ich sagte, ok, und hörte nicht auf, nach meiner Stimme zu suchen. 

Meine Stimme, denke ich, besteht darin, die Bedürfnisse anderer herauszufinden und sie dann zu repräsentieren. Und so geht es überall, wo ich hinkomme, immer darum, herauszufinden, was die Menschen denken, fühlen, wie sie über sich selbst in der Welt denken.

Etwas zu finden, das die Menschen brauchen, und dann tatsächlich etwas Tröstliches anzubieten, so würde ich meine Arbeit definieren. …

Es ist erstaunlich, was schon geschieht, dass z.B. vor ein paar Tagen Leute von der Mayo Clinic etwas gepostet haben, zwei Ärzte haben etwas gesungen, der Leadsänger einer Rockband, Mashrou Leila im Libanon, hat einen Song eingespielt, und zwei Frauen, aus Irland und Deutschland, sangen synchron, über diese schwierige Zeiten…

Die Idee ist, dass Musik etwas für alle ist. Es ist nicht, dass die Musiker Musik machen, sondern sie macht etwas für uns. 

Ein Virus ist etwas, das sich weltweit verbreitet. Es kennt keine Grenzen und keine Mauern. Und Musik ist etwas, das tatsächlich nach innen schaut und auch keine Grenzen kennt. Wenn wir ausdrücken können, was sich in unserem Inneren befindet und dies zeigen können, dann stellt dies den Beginn eines tieferen gegenseitigen Verständnisses dar.

Wir sammeln, was persönlich ist, was wahr ist, was vertrauenswürdig ist, was Gemeinschaft ist, weil Gemeinschaft nichts ist, wenn sie nicht auf Vertrauen gründet.

Und sagt man etwas durch Musik, dann möge es besser wahr sein, weil es sonst nicht zu kommunizieren vermag.“

Hier drei der Songs of Comfort, die Yo-Yo Ma seit März veröffentlicht hat:





Friday, December 4, 2020

Übung zur Unterstützung des Lungen-Qi

Hier ist eine spezielle Übung für die Lunge, generell zur Unterstützung des Lungen-Qi, hilfreich auch bei Infektionen der Lunge, Husten, Asthma, Atemnot. 

Wie ich im Video zeige, man beschreibt langsame Kreise mit den Daumen. Zuerst nach außen, dann nach innen. Die Richtungen folgen der im Qigong üblichen Reihenfolge: zuerst reduzieren (ableiten), dann tonisieren. 

Zuerst die Kreise mit den Daumen, also mit dem Lungen-Meridian, dann als nächstes mit dem Zeigefinger (Dickdarm-Meridian, dem Yang-Pendant zum Lungenmeridian). 

Dann die beiden Yuji 鱼际-Punkte (lokalisiert am Daumenballen) reiben und mit den Daumenballen unterhalb des Schlüsselbeins, neben dem Schultergelenk, massieren (im Video sieht man das hoffentlich gut genug). 

Dort befinden sich zwei Punkte des Lungen-Meridians (Zhongfu 中府 und Yunmen 云门), deren Stimulation den ersten Teil der Übung komplementiert.

Die Übung kann im Stehen, Sitzen und auch Liegen ausgeführt werden.

Je regelmäßiger solche Übungen gemacht werden, desto wirksamer. Das heißt aber auch, dass man sich beim Üben nicht anzustrengen braucht, nicht anstrengen soll. Die Wirkung entsteht nicht durch ein einmaliges, intensives Tun, sondern durch die Regelmäßigkeit des ruhigen und entspannten Übens.



Wednesday, December 2, 2020

Die fünfte "Leichte und unbeschwerte Übung"

Nach den zwei Videos mit Prof. Cong-Übungen sind wir wieder zurück bei den "Leichten und Unbeschwerten Übungen.

Das Video ist wieder zum Mitüben gedacht. Zuerst kommt die fünfte Bewegung, und dann alle fünf Bewegungen zusammen.

Die Übungen sind sehr einfach, damit fällt es einem sicher auch leichter, abzuschalten, locker und ruhig zu werden. Man muss sich nicht mit komplizierten Bewegungsabläufen herumschlagen, sondern kann sich gleich auf das Wesentliche konzentrieren. Und das heißt in erster Linie: sich geistig zu sammeln und ruhig zu werden. Die Bewegungen können etwas ungenau ausgeführt werden, ist doch das viel Wesentlichere die Ruhe. Solange man in sich in ein gewisses Maß an Ruhe findet, wird die Übung wirken.

Wichtig ist, die Yin-Yang-Dynamik des Qi zu verstehen. Yin und Yang wurzeln ineinander, d.h. das Yang entsteht dann, wenn das Yin am größten ist und umgekehrt, das Yin entsteht, wenn das Yang seinen Höhepunkt erreicht hat. Beim Üben heißt dies: das Yang entsteht aus dem Yin, die Bewegung entsteht aus der Ruhe, das warme, lebendige Yang-Qi bewegt sich und breitet sich aus, wenn man körperlich entspannt ist, wenn man weich und fein atmet, und wenn man die Gedanken fahren lässt und ruhig ist.

Im Yijing 易经 (dem Buch der Wandlungen) wird dies durch das Hexagramm 24, Fu 复 die Wiederkehr, dargestellt.

Fu 复

 

Das Zeichen zeigt eine ungebrochene Yang-Linie, die unter den fünf gebrochenen Yin-Linien in das Zeichen eintritt. Es verbildlicht damit, in Entsprechung zur Wintersonnenwende, den Prozess der Wiederkehr des Lichts zur Zeit des tiefsten Dunkels, der Bewegung in der tiefsten Stille, des Yang im tiefsten Yin.

"Die Wiederkehr. Gelingen. Ausgang und Eingang ohne Fehl." So heißt es unter anderem im Urteil des Zeichens.

In seinem Kommentar dazu meint Richard Wilhelm: "Nach einer Zeit des Zerfalls kommt die Wendezeit. Das starke Licht, das zuvor vertrieben war, tritt wieder ein. Es gibt Bewegung. Diese Bewegung ist aber nicht erzwungen. Das obere Zeichen Kun hat als Charakter die Hingebung. Es ist also eine natürliche Bewegung, die sich von selbst ergibt. Darum ist die Umgestaltung des Alten auch ganz leicht. Altes wird abgeschafft, Neues wird eingeführt, beides entspricht der Zeit und bringt daher keinen Schaden. ... Die Wiederkehr ist im Naturlauf begründet. Die Bewegung ist kreisförmig. Der Weg ist in sich geschlossen. Darum braucht man nichts künstlich zu überstürzen. Es kommt alles von selber, wie es an der Zeit ist. Das ist der Sinn von Himmel und Erde."

Und im Weiteren meint er: "Im Winter ist die Lebenskraft – symbolisiert durch das Erregende, den Donner – noch unter der Erde. Die Bewegung ist in ihren ersten Anfängen. Darum muß man sie durch Ruhe kräftigen, damit sie nicht durch vorzeitigen Verbrauch sich verläuft. Dieser Grundsatz, die wieder einsetzende Kraft durch Ruhe erstarken zu lassen, gilt von allen entsprechenden Verhältnissen. Die wiederkehrende Gesundheit nach einer Krankheit, die wiederkehrende Verständigung nach einer Entzweiung: alles muß im ersten Anfang zart und schonend behandelt werden, damit die Wiederkehr zur Blüte führt."

Dies sind philosophische Gedanken, sie beschreiben aber auch, was beim Qigong-Üben wesentlich ist:

Wird man still, bewegt sich das Qi. Bewegt sich das Qi, braucht es kein weiteres Tun, sondern ein Lassen. Im Lassen ergibt sich alles von selber, wie es an der Zeit ist. Indem das Qi seine Bahnen und seine Ordnung findet, findet der Körper Wege und Möglichkeiten zur Regeneration. 

Dies sind für uns ungewohnte und eigentlich provokative Gedanken, in der chinesischen Philosophie, in den Künsten der Lebenspflege, in der chinesischen Meditation und im Qigong sind sie jedoch grundlegend.

Ich zitiere noch einmal Laozi: Wu wei er wu bu wei 无为而无不为 - Nicht-Tun und nichts bleibt ungetan. 自然 Von-selbst-so, das ist das Wirken des Dao, und, wie Richard Wilhelm anmerkt, das ist der Sinn von Himmel und Erde.


Zhuanyangong 转眼功 - Eine Übung für die Augen

Hier ist eine einfache Übung für die Augen. Die Pandemie mit den langen Phasen des Lockdowns hat bei den meisten von uns sicher nicht dazu g...