Temporärer Blog mit Informationen zu Chinesischer Medizin und Qigong für die Zeit der Coronavirus-Pandemie

Friday, May 29, 2020

Suppe mit Kudzu und Mais - “Ge Gen Yu Mi Tang” 葛根玉米汤

Dies ist ein einfaches Rezept, für die Zeit, wenn das kühlere Frühlingswetter in die wärmeren Sommertage übergeht. Durch den Klimawandel ist es zu dieser Zeit bei uns oft zu trocken, oder das Wetter ändert sich häufig und wechselt zwischen ungewöhnlich kühl und ungewöhnlich heiß.

Das Qi des Körpers, insbesondere das Qi der Verdauung, kann in Übergangszeiten oder in Zeiten wechselhaften Wetters leicht aus dem Gleichgewicht geraten. Durch den Klimawandel verstärkt sich dieser Effekt, als TCM-Ärztin kann ich dies seit Jahren beobachten.

Sowohl der Klimawandel als auch die Covid-19-Pandemie sind klassische Beispiele für ein Umfeld, das die TCM als „extrem“ und „unbeständig“ charakterisiert, und bei dem der Mensch sein Qi täglich regulieren und ausgleichen muss, um seine Gesundheit zu erhalten.

Diese medizinische Suppe befeuchtet und schützt das Yin. Besonders schützt sie die Lunge, befeuchtet Augen, Nase und Rachen, befreit den Körper von leichter Hitze, beruhigt und öffnet den Magen, und erzeugt einen gesunden Appetit. Von den Qi-Eigenschaften her gesehen ist die Suppe von neutraler Temperatur und von leicht süßlichem Geschmack.

Zutaten:

12g Kudzu (Ge gen 葛根 - puerariae radix)
2 Maiskolben, in 3-4 cm Scheiben geschnitten (tiefgefrorener Mais kann als Ersatz verwendet werden, siehe Bemerkung weiter unten)
9g Citri reticulatae Pericarpium - Chen Pi 陈皮 (getrocknete Mandarinenschale), 20 Minuten in kaltem Wasser eingeweicht
80g getrocknete rote Adzuki-Bohnen, über Nacht in kaltem Wasser eingeweicht
80g getrocknete grüne Mung-Bohnen, über Nacht in kaltem Wasser eingeweicht
2 Liter kaltes Wasser

Zubereitung:

Bohnen und Chen Pi abtropfen lassen und und zusammen mit den restlichen Zutaten und dem kalten Wasser in einen großen Topf geben.

Bei starker Flamme zum Kochen bringen, dann abdecken und auf kleine Flamme reduzieren. Etwa 2 Stunden (oder länger) köcheln lassen, langsam, bis die Bohnen vollständig weich und zerfallen sind und die Flüssigkeit so weit reduziert ist, dass die Suppe eine cremige Textur hat.

Die Suppe wird in China so gegessen, dass man die Maiskolbenstücke herausnimmt und die Maiskörner vom Kolben isst, während man die Suppe trinkt.

Die Suppe wird ohne Salz zubereitet und kann auch so gegessenwerden. Oder man salzt sie etwas, wenn sie fertig ist. Keine anderen Gewürze dazugeben!

Die Suppe schmeckt etwas süß, sodass sie sich auch als Nachspeise eignet. In diesem Fall kann man etwas Zucker hinzufügen.

Erklärung der Zutaten:


Kudzu wird in der japanischen Küche verwendet. In Asiengeschäften oder auch Bioläden ist Kudzu üblicherweise leicht erhältlich. Links ist ein Foto von Kudzu der Bio-Marke „Arche“, es gibt auch andere Marken. Kudzu ist nicht billig, aber es ist eben Medizin und man braucht nicht viel. Der chinesische Name ist Ge gen 葛根 und es ist ein wichtiges Kraut der Materia Medica. Es tritt in die Meridiane von Milz und Magen ein und „hebt das klare Yang-Qi“, damit kann es die in den Muskelschichten des oberen Rückens, der Schultern und des Nackens eingeschlossene Wärme lindern. Es unterstützt das Qi des Magens und erzeugt Körperflüssigkeiten, da es von Hitze befreit und den Durst lindert.

Beim Mais ist es am besten, die ganzen Kolben zu verwenden. Yin- und Yang-Aspekt des Qi werden so ausgewogener genährt, da gleichzeitig das Qi der Verdauung reguliert und genährt und die Lunge befeuchtet werden. Man kann als Ersatz auch tiefgefrorenen Mais nehmen, der ist immer noch eine gute Zutat, die das Yin tonisiert und die Qi-Wirkung des gesamten Rezepts unterstützt.

Chen Pi 陈皮, citri reticulatae pericarpium, sollte man von einer seriösen TCM-Apotheke kaufen, um sicherzustellen, dass es nicht verunreinigt ist und korrekt hergestellt wurde. Chen Pi ist eines der am häufigsten verwendeten Arzneimittel der chinesischen Materia Medica und wird häufig in Kräutergetränken und Suppen verwendet. Es gelangt in die Meridiane von Lunge, Milz und Magen, stärkt das Milz-Qi, fördert und reguliert den Fluss von Qi, trocknet Feuchtigkeit und transformiert Schleim.

Die rote Adzuki-Bohne ist eine unglaublich nahrhafte Zutat und ebenfalls Teil der chinesischen Materia Medica. Sie gelangt in die Meridiane von Herzen und Dünndarm und befreit von feuchten Ödemen und feuchten Hitzetoxinen. Sie fördert das Magen-Qi und lindert den Durst.

Die grüne Mung-Bohne besitzt in der Materia Medica eine ähnliche Wirkung wie die Adzuki-Bohne, da sie Sommerhitze klärt und Reizbarkeit und Durst lindert. Sie tritt in die Meridiane von Herz und Magen ein und wird häufig in Kräutertees, Suppen und Reis-Porridge verwendet. Traditionell wurden getrocknete Mungbohnen auch als Kissenfüllung verwendet, gut für Augen und Ohren und um durch „Wind“ hervorgerufene Kopfschmerzen zu behandeln.

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