Temporärer Blog mit Informationen zu Chinesischer Medizin und Qigong für die Zeit der Coronavirus-Pandemie

Friday, January 1, 2021

Ein neues Qigong-Jahr...

Ein neues Qigong-Jahr... Hoffentlich irgendwann auch wieder mit normalem Qigong, mit jedem ganz konkret physisch präsent im selben konkreten Raum. Normal halt. Vielleicht wird es ja was mit den Seminaren auf dem Ritten, bis dahin sind es doch noch mehr als vier Monate, und wenn sich die Situation bessert, geht das dann wohl. Beim Seminar im September konnten wir ja sehen, dass sie im Haus der Familie sehr gut für diese außergewöhnlichen Zeiten organisiert sind...

Aber bis dahin bleibt das Studio der Weißen Wolken aktiv. Und es hat ja auch Vorteile, dass dem so ist, erreichen wir damit doch auch alle die, die nicht zu Kerrys oder meinen Seminaren kommen können, wir können verschiedenste Themen behandeln, weit mehr, als in den Kursen möglich ist, wir können Qigong-Übungen und -Methoden unterrichten, die in den Kursen zu kurz kommen, dort beschränken wir uns ja auf eine überschaubare Anzahl an Übungen. Und was liegt das pickt: alles ist in Schrift und bewegtem Bild festgehalten und damit wieder aufsuchbar. Quasi ein Buch mit bewegten Bildern in progress…

In den nächsten Tagen werden wieder Videos kommen, teilweise mit Wiederholungen dessen, was wir schon gemacht haben, teilweise mit neuen Übungen, weiterhin alles möglichst einfach, simpel, und kompatibel mit allen bisherigen Inhalten.

Die Videos sind als Qigong-Unterricht gedacht, haben wir doch durch Prof. Lin Zhongpeng, durch Frau Jia Ruijuan und durch Shen Xiaolei, den Linienhalter des Fanhuangong, und ihrer aller Qigong-Umfeld eine Fülle an Übungen und Methoden kennengelernt, die wir so allmählich vorstellen können.

Wen’s freut, der kann das dann mit den Übungen verbinden, die er von früher kennt, ich sehe keinen Grund, warum man das nicht tun könnte. Man kann die Dinge aber auch nur mit freundlichem Interesse zur Kenntnis nehmen und bei seiner bisherigen Praxis bleiben. Wie schon öfter angesprochen, alle Qigong-Übungen sind gut, alle wirken, und je mehr einen Übungen freuen, desto mehr wird man sich ihnen widmen. Man braucht keine Hierarchien herzustellen zwischen den diversen Übungen und Übungssystemen, es ist das Wie, das im Qigong wichtig ist, und nicht das Was. Entspannung, Ruhe, Natürlichkeit, das sind die entscheidenden Qualitäten des Qigong, Qualitäten, die den natürlichen Fluss des Qi und damit die heilenden Wirkungen des Übens befördern.

Aber das braucht es, das konkrete, regelmäßige Üben. Das Qigong-Üben zur Regulation des Qi in der Extremsituation der Pandemie. Diese ist bei uns in Europa schlimmer denn je, und bis mit dem Frühling das wärmere Wetter kommt, wird es wohl so bleiben (es würde mich auch sehr wundern, wenn wir in Österreich nach unserem jetzigen dritten Lockdown nicht bald einen vierten haben werden).

Mit dem, was wir posten, möchten wir in dieser schwierigen Zeit, in der man doch auch leicht Struktur und inneren Antrieb verliert, zum diesem regelmäßigen Üben motivieren. Das kennt ja jeder, dass es nicht so leicht ist, die Dinge zu tun, die einem guttun, meistens tut man alles andere zuerst. Da helfen die Videos vielleicht ein bisschen.

Ich möchte es hier noch einmal klar aussprechen: Nimmt man Qigong ernst, dann hilft es. Gerade jetzt ist es eine wichtige mögliche Hilfe zum Schutz und zur Erhaltung der Gesundheit, und auch zur Regeneration nach Krankheit.

Je regulierter das Qi, desto stabiler die Gesundheit. Das Qi der Organe, die Kommunikation zwischen den Organen, die Durchgängigkeit der Meridiane und der freie Fluss des Qi, das Zusammenspiel der geistig-seelischen und der körperlichen Aspekte des Qi, die Kommunikation des Organismus mit Umwelt und Natur, all dies sind Aspekte der Gesundheit und wichtige Inhalte des Qigong.

Was es mit diesen auf sich hat, beginnt man zu erahnen, und langsam auch zu verstehen, wenn man sich dem Ganzen durch das Üben nähert. Theoretisches Wissen braucht es dafür nicht, das ist nur für den Therapeuten wichtig, nicht für denjenigen, der Qigong übt. Qigong wirkt auch ohne intellektuelles Bedenken durch die regelmäßige Erfahrung der geregelten, natürlichen Bewegung des Qi, die sich beim Üben einstellt.

Diese zu entdecken und zu erleben, braucht nicht viel: körperliche Gelöstheit, den ruhigen Fluss des Atems, das Stillen der Gedanken und das Finden der leeren, inneren Mitte. Und ein paar Bewegungsabläufe oder auch Meditationen, die einen freuen. Und dann werden sich auch die Wirkungen einstellen, Wirkungen, die eben das Wirken des Qi sind, der sich im Menschen äußernden und verkörpernden schöpferischen Bewegung der Natur.

Hier als Abschluss noch ein Bild, gemalt von Dong Qichang, einem berühmten Künstler der Ming-Dynastie. Ich möchte es hier unten hinstellen, weil in dem auf das Bild kalligraphierten Text die weißen Wolken angesprochen werden. Wenn ich aus dem Zimmer auf die Straße schaue, sehe ich nur Häuserblöcke im Wiener Wintergrau, das Studio der Weißen Wolken ermangelt sozusagen der weißen Wolken und der Berge und der Weite der Landschaft. Aber man kann sich mittels eines Bildes geistig dorthin versetzen, dann werden einem die weißen Wolken doch geschenkt.

Auf ein gutes Neues Jahr! Beste Wünsche an alle!




        


        Dong Qichang 董其昌 (1555-1636)

        山中何所有,嶺上多白雲。
        只可自怡悅,不堪持贈君。

        Was gibt es in den Bergen?
        So viele weiße Wolken über den Graten.
        Ich erfreue mich ihrer,
        sie dir zu schenken vermag ich nicht.

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