Temporärer Blog mit Informationen zu Chinesischer Medizin und Qigong für die Zeit der Coronavirus-Pandemie

Thursday, March 19, 2020

Chinesische Medizin und das neue Coronavirus



Hier ist Kerrys kurze, allgemeine, einfache Erklärung des Coronavirus aus TCM-Sicht. :


Zum neuen Coronavirus


Das neue Coronavirus wird in der TCM als „Wärmekrankheit“, also als „warme / fieberhafte / feuchte Krankheit“ eingestuft, als eine Art „heißes Toxin“, das als erstes die Lunge attackiert und schnell in diese gelangt. Es lagert sich dort ab und erzeugt einen als Feuer klassifizierten Zustand, der die befeuchtende und abwärts bewegende Funktion des Lungen-Qi stört und zu Atemstörungen, Verdickung des Auswurfs und im schlimmsten Fall zu irreversiblen Schäden des Lungengewebes und zum Tod führen kann.

Es stört einen bestimmten Aspekt des Qi (den, durch den Atem und Blut verbunden und verfeinert werden), und dessen Zirkulation im gesamten Körpersystem, was eine entscheidende Funktion sowohl des Lungen-Qi als auch des Herz-Qi darstellt.

Anmerkung: Uns ist bewusst, dass dies weitere Erklärungen braucht, die werden auch kommen. Wir bewegen uns hier durch das weite Feld chinesischer medizinischer Theorie, deren Komplexität und Kohärenz man den alltäglich klingenden Begriffen wie Feuer, Atem, Blut, Befeuchtung, Abwärtsbewegung, Verfeinerung etc. nicht ansieht.

Für uns bedeutet das, dass wir in erster Linie unsere Abwehrkräfte stärken müssen. Zweitens sollten wir alles vermeiden, was die Organe unseres Körpers innerlich überhitzt, wie z.B. unangemessenes oder übermäßiges Essen oder Trinken, und alles, was zu mangelnder Zirkulation von Qi und Blut in Lunge und Verdauung führt und diese hemmt - wie zu viel Sitzen, übermäßiges Konzentrieren, obsessives Denken oder Angst, Frustration, Wut, Traurigkeit.

All dies kreiert eine innere Umgebung in Lunge und Verdauung, die das Immunsystem belastet, anfällig für Ansteckung macht und die Situation verschlimmert, wenn man bereits dem Virus ausgesetzt war. Wie wir wissen, kann dieses Virus im schlimmsten Fall die Lunge in kürzester Zeit verkleben.



Dinge, die man positiv für sich selbst tun kann:

Die beste Prävention, für uns selbst, unsere Freunde, unsere Alten und all unsere schutzbedürftigen Mitbürger, ist, dass jeder zu Hause bleibt.

Es ist wichtig, regelmäßig – täglich - zu Hause zu trainieren. Bei diesem Virus ist es von entscheidender Bedeutung, das Immunsystem des Körpers zu stimulieren, die Verdauung zu aktivieren sowie Lunge und Atmung zu stärken.

Idealerweise sollte dies regelmäßiges Qigong- und Taiji-Üben umfassen, mindestens 20 Minuten, zweimal täglich. Aber auch jede andere Übung, die den Atem aktiviert, ist gut – Yoga etc., auch Tanzen und Singen!

Die aus TCM-Sicht wichtigsten diätetischen Lebensmittel sind:

Sehr wichtig!!! Gerstenwasser - eine halbe Tasse, 3 x pro Tag. Es hilft, Schleim (das ist ein TCM-Begriff, der weiter gefasst ist als der Schleim, der im Beuschl sitzt) zu lösen, und es kühlt und klärt das Qi der Verdauung.

Die Zubereitung ist einfach:
Eine Tasse Gerste in der zehnfachen Menge Wasser zum Kochen bringen und, zugedeckt, auf geringer Flamme ca. 30 Minuten köcheln lassen. Die Flüssigkeit abseihen und trinken. Man kann auch mehr auf einmal machen, die Flüssigkeit kann bis zu 3 Tage im Kühlschrank aufbewahrt werden. (Die übrig gebliebene Gerste kann man in Salaten, Suppen oder anderen Gerichten weiterverwenden.)

Dann: Mindestens 2 Liter Wasser pro Tag trinken. Ebenfalls sehr wichtig! Nur einfaches Wasser. Dies hilft, Störungen der Abwehrkräfte des Lungen-Qi entgegenzuwirken.

Folgende Tees sind auch besonders hilfreich (hoffentlich leicht erhältlich, oder man bestellt online).

Der beste Tee ist Chrysanthemen-Tee, eine Tasse morgens und abends. Falls dieser nicht erhältlich ist, dann sind Pfefferminze, Brennnessel, Käsepappel und Hibiskus ebenfalls Tees, die zu diesem Zeitpunkt besonders gut sind. Alle helfen der Lunge, Krankheitserreger in einem frühen Stadium auszutreiben.

Sehr gut ist es, sehr einfache (manche würden sagen: langweilige) Dinge zum Frühstück zu essen, wie Haferflocken oder chinesische Reissuppe (Rezept wird folgen).

Im Allgemeinen eher wenig Fleisch essen, mehr grünes Gemüse, Linsen, Bohnen, Vollkornprodukte (Reis, Buchweizen, Hafer, Bulgur, Gerste usw.). All dies reguliert und aktiviert die Verdauung.

Wenn möglich, einige Male pro Woche Tofu und / oder Sojamilch. Aus dem Verständnis der TCM haben Sojabohnen antibakterielle Eigenschaften, da sie feuchte Hitze (ein anderer dieser TCM-Begriffe) abkühlen.

Radieschen! Diese unterstützen die Lunge dabei, Schleim zu beseitigen und Hitze zu kühlen. Weiße Rüben, Rettich oder Kohlrabi sind auch wirksam.

Kohl - jede Art, gekocht, roh, als Saft, als Sauerkraut. - Bald kommt noch ein Kimchi-Rezept.



Was man vermeiden sollte:

Die wichtigsten zu vermeidenden Nahrungsmittel sind die, die feuchte Hitze erzeugen. Wenn man sie schon nicht vermeiden möchte oder kann, dann zumindest einschränken. Ganz einfach: je weniger von denen, desto besser.

Dazu gehören jede Art von Alkohol, fettreiche Lebensmittel, sehr scharfe Lebensmittel oder Chili, Käse, Milchprodukte, Butter, Süßigkeiten, Kekse usw.

Nicht übermäßig Essen.

Nicht unregelmäßig essen oder unangemessen Essen (z.B. das Frühstück auslassen, spät essen, Süßigkeiten statt einer Mahlzeit essen).

Nicht zu viel sitzen! Gerade zuhause ist wichtig, sich immer wieder zu bewegen, um durch die Bewegung das Qi, den Atem und den Körper zu aktivieren, morgens, abends, untertags

Auch zu vermeiden: Obsessives Nachdenken, Sich-Sorgen oder fruchtloses Grübeln über Dinge.  Auch die Überkonzentration auf etwas kann das ordentliche Funktionieren des Q durcheinanderbringen, ebenso natürlich die Emotionen, all dies stört die innere Harmonie (wieder ein TCM-Begriff) auf allen Ebenen (physisch, psychisch).

Jia you! 加油!

Wir können das schaffen!

Mit viel Liebe und den besten Wünschen an euch alle, Kerry





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