Heute möchte ich eine weitere simple Massage vorstellen, die des Houxi 後溪 – Akupunkturpunkts.
Das ist ein überaus wichtiger Punkt, durch den vor allem den nachteiligen Auswirkungen auf den Körper entgegengewirkt werden kann, die durch eine sitzende Lebensweise entstehen. Wenn man längere Zeit in derselben Haltung verharrt, wie z.B. beim Lernen oder einem Job vor dem Computer, dann wird Druck auf den Dumai 督脉 (das Lenkergefäß – den zentralen Meridian, der vom Steißbein über die Mitte des Rückens bis zum Kopf verläuft) ausgeübt. Da der Dumai das Yang-Qi des ganzen Körpers regiert, wird durch eine statische Haltung mit den damit einhergehenden Verspannungen das Yang-Qi unterdrückt.
Dies wirkt sich mit der Zeit nicht nur auf die Wirbelsäule aus (der Mangel an Yang-Qi erlaubt einem nicht, sich aufrecht zu halten), sondern auch auf die Immunlage und die geistige Energie. Überanstrengung bei geistiger Arbeit entsteht in erster Linie aus der Beeinträchtigung und Unterdrückung des Yang-Qi.
Auch die Augen brauchen die Yang-Energie, eine Übermüdung der Augen oder Fehlsichtigkeit entwickeln sich dann, wenn das Yang-Qi die Augen nicht erreichen und nähren kann.
All diese Probleme können durch den Houxi-Punkt adressiert werden. Houxi ist der dritte Punkt des Dünndarm-Meridians. Er ist leicht zu finden, wie ich im Videoclip unten zeige: macht man eine lockere Faust, dann bildet sich auf der Kleinfingerseite der Faust eine kleine Spitze. Dort ist der Punkt.
Besonders wichtig bei Houxi ist, dass er der Verbindungspunkt zum Dumai (Lenkergefäß) ist, d.h. durch ihn kann das Yang-Qi des ganzen Körpers erreicht werden. Seine Funktionen sind vielfältig: Er zerstreut Wind-Hitze, leitet Herz-Feuer aus, entkrampft den Bewegungsapparat, öffnet den Dumai und macht ihn durchgängig, hilft bei Problemen der Hals- und Lendenwirbelsäule, schärft die Augen, klärt das Bewusstsein, stärkt das Yang.
Wenn man ihn regelmäßig stimuliert, bessern sich Probleme mit der Wirbelsäule und den Augen, man fühlt sich weniger gestresst, ärgert sich weniger und hat mehr geistige Energie zur Verfügung.
Die Massage ist leicht: die lockeren Fäuste mit der Kleinfingerseite gegeneinander schlagen. Locker, nicht zu fest. Immer wieder, wenn es einem einfällt, ein paar Minuten lang.