Kerry hat ein Video gedreht, als Ergänzung zum Video der ersten „freien und unbeschwerten Übung“.
Das Video ist zwar auf Englisch, man kann den Bewegungen sicher auch bei mangelnden Englischkenntnissen folgen. Für diejenigen, die es brauchen, übersetze ich hier, was Kerry im Video spricht:
Dies ist eine Variante der vorgestern veröffentlichten ersten Xiaoyaogong-Übung im Sitzen und Liegen für diejenigen, für die das Üben im Stehen aufgrund von von Verletzung oder Krankheit zu anstrengend oder nicht möglich ist, und auch für diejenigen, die aufgrund von Müdigkeit und Erschöpfung eine Alternative zum Üben im Stehen brauchen.
Wenn man krank ist, ist es im Allgemeinen so, dass das Qi in der Mitte blockiert, dort, wo sich die lebenswichtigen Organe befinden. Der Fluss zu den Extremitäten ist vermindert, man merkt dies daran, dass man sich schwächer fühlt, man bekommt vielleicht kalte Hände und Füße oder auch Krämpfe, es mag sein, dass sich die Klarheit der Gedanken vermindert, dass man Kopfweh entwickelt, Schwindel usw.
Dies kommt daher, dass sich die Hauptaktivität des Qi auf die für den Organismus wesentlichsten Organe und Bereiche konzentriert: auf Herz, Lungen, Nieren, Leber, Verdauung, damit die Lebensaktivitäten geordnet weitergehen können und der Organismus sich schrittweise erholen kann, bis die Gesundheit und der gesunde Fluss des Qi in alle Richtungen wieder hergestellt ist.
Wenn man die Übung im Sitzen machen möchte: ideal ist das Sitzen mit verschränkten Beinen, so wie Kerry im Video. Es ist auch möglich, auf einem Sessel zu sitzen, in diesem Fall etwas weiter vorne auf dem Sessel, sodass der Rücken frei ist und die Bewegung des Qi nicht behindert wird.
Um die Übung auszuführen, macht man es sich im Sitzen bequem, legt die Hände auf die Beine und lässt den Atem für eine kurze Weile fließen, solange, bis sich ein Gefühl der inneren Ruhe einstellt. Durch die Nase atmen, Einatmung und Ausatmung nur durch die Nase.
Daraufhin entspannt man sich. Man entspannt den Körper schrittweise und geht ihn durch, vom Kopf über Hals und Nacken zu den Schultern, zu den Armen, Ellbogen, Händen, Fingern, dann geht es zu Brust und Bauch, zu oberem und unterem Rücken, zu den Hüften, den Beinen bis zu den Füßen und Zehen.
Als legt man die Hände übereinander auf den Bauch, man versucht zu spüren, wie sich die Wärme der Hände auf den Bauch überträgt, während der Atem fließt und sich die Bauchdecke hebt und senkt.
Man kann dies solange tun, wie man möchte, es führt zu tiefer Entspannung, verankert den Geist in den Körper und erzeugt einen angenehmen Zustand der Ruhe.
Dann kann man mit der Bewegung beginnen, ganz gleich so wie beim Üben im Stehen. Man hebt die Hände auf Schulterhöhe, die Handflächen sind eher nach unten gerichtet, und senkt sie dann wieder auf den Bauch.
Man atmet dabei ruhig durch die Nase, im eigenen Rhythmus. Vielleicht entwickelt sich die Atmung auch so, dass das Heben dem Einatmen und das Senken dem Ausatmen entspricht, man forciert dies aber nicht.
Die Augen sind geschlossen, man kann sie auch offen lassen, in diesem Fall richtet man den Blick etwas nach vor und hinunter, ohne konkret etwas anzusehen.
Man ist sich bewusst, dass der Körper zwischen Himmel und Erde ausgerichtet ist. Die Wirbelsäule ist aufrecht, das Kinn wird leicht nach innen genommen.
Wenn man nur diese eine Übung macht, wiederholt man die Bewegung zumindest 9, 10 Mal. Man kann aber auch viel länger üben, solange, wie man möchte. Auch kann man die Bewegung sehr langsam ausführen, vor allem wenn man länger übt, stellt sich ein Gefühl der Leichtigkeit, Einfachheit, Mühelosigkeit ein, dem sich zu überlassen sehr angenehm ist. Die Bewegungen werden dann wahrscheinlich sehr langsam werden.
Das Gesicht entspannen, den Kiefer, ruhig atmen.. Heben, das Qi steigt, senken, das Qi bewegt sich nach innen.. Ein fortwährendes Ausdehnen und Zusammenziehen.
Zum Beenden der Übung werden die Hände auf den Bauch gelegt. Die Konzentration richtet sich dorthin, wo sich die Hände befinden. Man denkt an das Qi, das ins Zentrum zurückkehrt, ins Dantian, den Speicher aller Lebensenergie.
Man lässt die Hände dort eine Weile liegen, bis man spürt, wie die Nieren, der Bauch, auch die Hände und die Füße wärmer werden.
Zum Abschluss die Hände reiben, dann das Gesicht, den Hinterkopf, die Ohren, über den ganzen Kopf streichen, dann die Nierengegend massieren, und schließlich die Hände auf den Bauch legen.
Wenn man sich in letzter Zeit nicht wohl gefühlt hat und das Qi in der Mitte blockiert, ist es gut, auch noch mit den Händen über den Bauch zu kreisen, langsam und konzentriert, in konzentrischen Kreisen zuerst nach außen und dann in Gegenrichtung nach innen.
Ist man zu schwach zum Sitzen, kann man die Übung auch im Liegen machen, so wie Kerry im Video zeigt. Man kann flach im Bett liegen, oder Kopf und Oberkörper durch Polster stützen.
Hauptsache es ist bequem. Im Liegen versucht man, ganz loszulassen. man stellt sich vor, man liegt auf der Erde oder noch besser auf Sand, und man überlässt sich dem Zug der Schwerkraft nach unten.
Sobald man sich wohl fühlt, beginnt man und führt die Übung so aus, wie oben schon beschrieben. Im Video sieht man ja gut, wie man dies tut.
Auch wenn man nicht krank ist, ist dies eine sehr angenehme Art zu üben. Auch vor dem Schlafengehen ist die Übungsvariante im Liegen sehr geeignet.