Temporärer Blog mit Informationen zu Chinesischer Medizin und Qigong für die Zeit der Coronavirus-Pandemie

Saturday, April 10, 2021

Eine Übung zur Stärkung von Milz und Magen

In diesen nicht enden-wollenden pandemischen Zeiten sehr angebracht, möchte ich heute eine Übung zur Stärkung des Qi von Milz und Magen zeigen.

Der Funktionskreislauf von Magen und Milz wird „erworbene (houtian 后天- nachhimmlische) Qi-Quelle“ genannt und ist von entscheidender Wichtigkeit für das Funktionieren des gesamten Organismus.*

Sind Magen und Milz geschwächt, wird die „Transportieren und Transformieren“ genannte Funktion der Milz beeinträchtigt, durch die Nahrung in Qi und Blut umgewandelt wird. Mangelnde Bewegung (auch als Folge des Lockdowns), einseitige Ernährungsgewohnheiten (unregelmäßiges Essen, übermäßiges Essen, kaltes Essen, schweres Essen, zu stark gewürztes Essen, zu viel Rohkost etc.) schwächen Milz und Magen und verletzen das Yang der Milz. Dieser fehlt dann die Energie für das Transportieren und Transformieren der Nahrung, die Erzeugung von Qi und Blut funktioniert dann nicht recht, und eine Reihe von Problemen können entstehen: stagnierende Verdauung, kalte Hände und Füße, Wasseransammlungen im Gewebe und viele mehr.

Darum diese Übung zur Unterstützung des Qi von Milz und Magen. Sie nimmt nicht viel Zeit in Anspruch, man braucht auch keine komplizierten Bewegungen zu lernen.

Der erste Teil besteht aus dem großen Kreis zur Regulierung des Qi (Öffnen, Heben, Schließen und Senken), verbunden mit dem Heilenden Laut 
„Hu“ für die Milz.

Während des Hebens atmet man durch die Nase ein während das Senkens rundet man die Lippen, atmet durch den Mund aus und stellt sich den Laut „Hu“ vor.. Diese Bewegung zusammen mit der Hu-Ausatmung wird einige Male wiederholt. Prof. Cong, der dies in seinen Seminaren unterrichtet hatte, meinte, sechs bis neun Wiederholungen genügten schon, man könne die Übung aber auch länger machen.

Der zweite Teil entspricht mehr oder minder der Baduanjin-Übung für Milz und Magen. Bei den Baduanjin lautet der Name der Übung: tiaoli piwei xu dan ju 调理脾胃需单举 - Um Milz und Magen zu regulieren sollte man einen Arm heben.

Die Hände werden dafür vor den Unterbauch gebracht, die Handflächen sind nach oben gerichtet. Dann - nomen der Übung est omen - wird eine Hand über Kopfhöhe gehoben, die Handfläche wird dabei nach oben gedreht, während die andere zur Seite bewegt wird, die Handfläche wendet sich nach unten. Am Ende des Hebens bzw. Senkens drücken die Hände nach oben bzw. unten. Die Bewegung seitenverkehrt wiederholen. Während des Hebens bzw. Senkens der Hände einatmen, beim Drücken ausatmen. Dabei wird der Bauch etwas nach innen gezogen.

Im Kontext der Baduanjin-Übungen würde man diese zweite Bewegung nur wenige Male machen, hier kann sie viel öfter wiederholt werden.

Zum Abschluss ein paarmal Öffnen, Heben, Schließen und Senken. Die Hände auf den Unterbauch legen und für ein paar Atemzüge so stehenbleiben.

Die Übung kann zu jeder Tageszeit durchgeführt werden, die beste Zeit ist allerdings morgens nach dem Aufstehen. Auch ist dies eine Übung, die leicht draußen geübt werden kann. 

Die Funktionen von Milz und Magen stellen einen der wichtigen Aspekte des eigenen Qi dar. Sie brauchen regelmäßige Kräftigung und Unterstützung, wie z.B. durch diese Übung, sind sie dochabgesehen von der Pandemie und ihren Folgen, ganz generell im Kontext des modernen Lebens erheblicher Belastung ausgesetzt.

*Ein ausführlichere Beschreibung der Qi-Funktionen von Milz und Magen (im Zusammenhang mit den Übungen der Heilenden Laute) findet sich hier, unter diesem Link.


Eine Qigong-Übungsstunde

Es ist schon einige Zeit her, dass ich eine ganze Qigongstunde zum Mitüben gepostet habe. Heute ist es wieder einmal soweit. Das heutige Vid...