Temporärer Blog mit Informationen zu Chinesischer Medizin und Qigong für die Zeit der Coronavirus-Pandemie

Monday, April 19, 2021

Pai Qi und die Übung vom Ursprünglichen Licht

Kerry hat in ihrem Beitrag letzte Woche die „Pai Qi “ 排气 - Klären des Qi“ genannten Methoden des Qi-Austausches zwischen Mensch und Natur angesprochen, wichtige Übungen, durch die das Yingqi (营气 - das tiefe innere nährende Yin) mit dem Weiqi (卫气 - das schützende äußerste Yang) verbunden und die allgemeine Wirkung des Qigong konsolidiert und verstärkt wird.

Im heutigen Video nehme ich den Pai-Qi-Faden wieder auf.

In der Gesundheit geht es um die Beziehung zwischen Zheng und Xie, zwischen dem aufrechten, gesunden, natürlich fließenden und funktionierenden Qi (Zhengqi 正气) und den Qi-Aspekten, die die Ordnung des gesunden Qi beeinträchtigen und Krankheiten verursachen (Xieqi 邪气).

Zhengqi cun nei, xie bu ke gan 正气存内,邪不可干 „Die Kraft eines starken Zhengqi im Inneren lässt Xieqi nicht eindringen." Dies ist eines der Grundprinzipien sowohl der Chinesischen Medizin als auch des Qigong: das Zhengqi zu stärken und die Beziehung des Körpers mit der Natur zu regulieren, um mit der daraus resultierenden stabilen Gesundheit krankmachenden Einflüssen besser widerstehen zu können.

Die Passage aus dem Inneren Klassiker des Gelben Kaisers, aus der dieser Satz ursprünglich stammt, hat einen aktuellen Bezug, es geht darin nämlich um epidemisches Geschehen. Der Gelbe Kaiser fragt den Arzt Qi Bo, was zu tun sei, wenn während Epidemien Alt und Jung gleicherart erkranken und nicht gerettet werden können, worauf Qi Bo antwortet, dass man mit einem starken Zhengqi nicht erkranke, darüberhinaus gelte es, das giftige Qi (Duqi 毒气) zu vermeiden, welches durch die Nase in den Körper eindringe. Es brauche ein kräftiges Zhengqi, um solch toxisches Qi am Eindringen hindern zu können.

So einfach dies klingt, so klar ist die Aussage und so klar auch die Anleitung, was zu tun sei: Das Zhengqi gehört gestärkt. Wie dies zu geschehen hat, dafür besitzt die Chinesische Medizin sowohl die Theorien als auch die Verfahren, auf die ich hier nicht weiter eingehen möchte.

Auch im Qigong weiß man, wie vorzugehen ist. Es braucht das Ruhigwerden (Rujing 入静 - Eintreten in die Stille), um die regulativen Prozesse des Körpers zu stimulieren, es braucht die feine Qigong-Atmung, um das innere Qi anzutreiben, und es braucht spezielle Bewegungsabläufe, um die Meridiane besser durchgängig zu machen, das Qi in bestimmte Bereich zu führen, stagnierendes Qi wieder in Fluss zu bringen und Einschlüsse von Xieqi aus dem Körper auszuleiten.

Letzteres heißt Pai Qi - Qi klären, austreiben, ausstoßen. Dies erfolgt meist mittels bestimmter Massagen, Bewegungs- oder Atemtechniken. Im Video zeige ich, dass es auch durch geistige Intention geschehen kann. Ich wollte dafür keine extra Übung verwenden, darum greife ich wieder auf die Yuanminggong-Übungen zurück. An der Übung selbst ändert sich nichts, es kommt nur für einen kurzen Moment der geistige Impuls hinzu, das Xieqi nach unten und aus dem Körper hinaus zu bewegen.

Äußerst wichtig: nicht zu viel konzentrieren. Aufmerksamkeit, Intention, Vorstellung, Konzentration - all das darf nicht zu stark werden. Dan 淡 ist der chinesische Ausdruck, mit dem die rechte Qualität der Aufmerksamkeit, Intention und Vorstellung während des Qigong-Übens beschrieben wird: dan bedeutet mild, leicht, fade, indifferent...


Eine Qigong-Übungsstunde

Es ist schon einige Zeit her, dass ich eine ganze Qigongstunde zum Mitüben gepostet habe. Heute ist es wieder einmal soweit. Das heutige Vid...