Temporärer Blog mit Informationen zu Chinesischer Medizin und Qigong für die Zeit der Coronavirus-Pandemie

Tuesday, March 24, 2020

Der gute Arzt heilt die Krankheit, bevor sie entsteht.

Je nachdem, wie es sich ausgeht, werde ich heute noch oder erst morgen ein Interview posten. Darin spricht Huang Luqi, Mitglied der Chinesischen Akademie der Wissenschaften und Präsident der Chinesischen Akademie der Traditionellen Chinesischen Medizinwissenschaften zum Thema Behandlung der Covid-19-Pneumonie mit Traditioneller Chinesischer Medizin.

Mein Freund und Kollege MMag. Erich Stöger übersetzt gerade das Interview, in welchem unter anderem auch detailliert auf die Wirksamkeit dreier der in Hubei eingesetzten Kräuterverschreibungen eingegangen wird.

Dieser Teil des Interviews zeigt sehr klar, worauf die Entscheidungsträger in Österreich, aber auch in den anderen europäischen Ländern, aus Kurzsichtigkeit, Uninformiertheit oder aus welchen anderen Gründen, verzichten: Auf den Teil der medizinischen Strategie nämlich, der in China den großen Unterschied in der Eindämmung der Seuche gemacht hat.

Wenn man den Inhalt des Interviews liest: Es ist schwer, nicht großen Ärger zu verspüren. Aber die Situation ist eben so, wie sie ist, vom Mangel an staatlich organisiertem Zugang zu Chinesischer Kräutermedizin bei uns, jetzt, hier, in dieser Epidemie, dürfen wir uns nicht frustrieren lassen. Obwohl es nicht so sein müsste. Eigentlich nicht so sein dürfte.

Das Gute ist, dass es neben der äußerst wirksamen Kräutermedizin eben auch andere äußerst wirksame Methoden der Chinesischen Medizin gibt, die in der Epidemie hilfreich sein können, sowohl präventiv als auch in der Therapie.

Was Kerry und ich mit der WhatsApp-Gruppe und den beiden Blogs, dem auf deutsch und dem auf englisch, versuchen, ist, eben diese Methoden zum Einsatz zu bringen, die auf chinesisch Behandlung ohne Arznei (fei yaowu zhiliao 非药物治疗) genannt werden.

Am Ende des Interviews werden diese Methoden auch erwähnt, und ich bin froh, dass wir damit sozusagen gewichtiges Backing haben, ist es mit Huang Luqi doch ein Mitglied der Chinesischen Akademie der Wissenschaften und der Präsident der Chinesischen Akademie der Traditionellen Chinesischen Medizinwissenschaften, der diese unsere Inhalte in ihrer Wichtigkeit unterstreicht.

Huang Luqi sagt: „Der gute Arzt heilt die noch nicht entstandene Krankheit.“ Und „Wenn das geordnete/gesunde/aufrechte Qi im Inneren stark ist, dann kann das schlechte Qi die Gesundheit nicht beeinträchtigen.“

Eminent wichtige Sätze, die darauf hinweisen, wie wichtig diätetische Maßnahmen sind, also die Einnahme von Nahrungsmitteln, die das Qi ordnen, stärken und harmonisieren, wie wichtig die Körperübungen wie Taiji und Qigong sind, wie wichtig die innere Ausgeglichenheit ist, also das Vermeiden emotionaler Extreme, und wie wichtig das rechte Verhältnis von Arbeit und Ruhe ist. Letzteres bezieht sich einerseits auch auf Qigong: also nicht nur bewegte Übungen üben, sondern auch ruhig sitzen und die Gedanken abschalten, und andererseits generell darauf, wie wichtig es ist, arbeitsmäßig nicht zu übertreiben und auch zu rasten. Und ausreichend zu schlafen.

- Da muss ich mich auch langsam an der Nase nehmen. Mein Arbeitspensum hat schon die hundert Stunden überschritten, Kerrys ist auch schon enorm, wir werden auch sicher bald eine Pause von ein, zwei Tagen einlegen müssen. -

Kerry und ich wollen durch unsere Postings in erster Linie zu obigen (Selbst-) Behandlungen ohne Arznei motivieren, wir versuchen zu erklären, warum das wichtig ist, und wir hoffen, durch das gepostete Material, das im Lauf der Zeit noch viel mehr werden wird, jedem die Mittel dazu in die Hand zu geben.

Was Qigong betrifft: Da haben die meisten von uns die Mittel schon in der Hand. Das Entscheidende ist dann schlicht: Einfach üben.

Und nicht auf zukünftige Übungen warten (es werden noch einige kommen), nicht auf immer neue Videos warten (auch da werden noch einige kommen).

Es ist auch Absicht, dass ich bisher nicht viele Videos gepostet habe, es würde ja nur Verwirrung entstehen: Was soll ich üben? Welche Übung ist besser? Was ist, wenn ich diese oder jene Übung nicht mache? Solche und ähnliche fruchtlose Fragen wären die Folge.

Noch einmal: Die Übungen üben, die jeder schon kennt und gern hat, zumindest zweimal am Tag. Und/oder auch die spezielle Übung für die Lunge bzw. die Übungssequenz für Lunge und Nieren, die wir schon gepostet haben.

Zweimal 20 Minuten ist gut, zweimal 15 Minuten auch, zweimal 30 Minuten ist gut – es hat keinen Sinn, genaue Übungs-Verschreibungen zu machen.

Dann darauf achten, dass man auch Dinge isst, die das Qi unterstützen. Kerry hat dazu ja schon einiges geschrieben. Auch nicht zu schwer essen.

Und Ruhe: Die findet man beim Meditieren und beim Schlafen. Und auch beim Hören von Musik. Bach bietet sich an, oder Musik wie das Stück für chinesische Xiao-Flöte gestern.

Huang Luqi sagt abschließend in seinem Interview: Wir müssen der Verbindung von Arbeit und Ruhe mehr Aufmerksamkeit schenken, Form (das heißt den Körper) und Geist in Einklang bringen, und den Geist im Inneren behalten.

Mit letzterem spielt Huang Luqi auf den Satz an, den ich schon vor ein paar Tagen erwähnt habe:

„Still und leer, dem folgt das wahre Qi. Essenz und Geist innen bewahrt, woher sollen dann Krankheiten kommen?“

Wichtig und wesentlich, wie dieser Satz ist, wiederhole ich ihn gleich ein zweites Mal:

„Still und leer, dem folgt das wahre Qi. Essenz und Geist innen bewahrt, woher sollen dann Krankheiten kommen?“

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