Temporärer Blog mit Informationen zu Chinesischer Medizin und Qigong für die Zeit der Coronavirus-Pandemie

Thursday, March 19, 2020

Die Übungen der Heilenden Laute - Der Laut für die Lunge - Fotos und Übungsbeschreibung

Die Übungen der Heilenden Laute (wie die Übersetzung bei uns meist heißt) sind sehr alt. Sie gehen zurück bis in die Qi- und Liang-Dynastien (6. Jh.), zum berühmten daoistischen Meister (und auch Pharmakologen) Tao Hongjing und seinem Werk Yangxing Yanminglu - Kultivierung der (inneren, geistigen) Natur und Verlängerung des (körperlichen) Lebens.
Tao Hongjing, Patriarch der Maoshan-Schule des Daoismus, lebte in einem Gebiet von China, das Wu genannt wird. Prof. Lin Zhongpeng vom Qigong College for Advanced Studies in Beijing hat mich auf diese Version des Liuzijue aufmerksam gemacht, in der die Heilenden Laute in der Form rekonstruiert sind, wie sie zu Tao Hongjings Zeiten ebendort im Lande Wu (das ist die Gegend um das heutige Nanjing) ausgesprochen wurden.

Ausgangsstellung:


Füße parallel, schulterbreit. Die Arme rund vor dem Unterbauch, Handflächen nach innen. Man sammelt sich innerlich und versenkt sich allmählich in einen Zustand der Stille. Ruhig atmen.


Dann die Arme/Hände nach links und nach rechts bewegen, die Daumen nach außen drehen. Die Brust öffnen. Dabei einatmen. Immer möglichst natürlich atmen.


Die Hände zueinander bewegen, die Daumen schauen nach innen. Dabei ausatmen.


Die Hände falten (die Daumen schauen dadurch nach oben). Die Hände vor die Brust heben. Man beugt sich mit Kopf und Oberkörper eine Spur nach vor. Einatmen.


Die Hände trennen und links und rechts nach oben führen, der Kopf neigt sich etwas nach hinten. Durch den Mund ausatmen, dabei stellt man sich den Laut H-E-I vor. Wenn die Hände links und rechts oben angelangt sind, richten sich die Handflächen ganz nach oben.


Die Hände wieder zusammenbringen, senken. Lockere Fäuste machen und an die Hüften legen. Dabei einatmen, um solcherart die Nieren zu stärken.


Fäuste öffnen. Die Hände mit den Handflächen nach unten nach vorne bringen, leicht nach unten drücken.

Die Bewegung wird sechsmal wiederholt.


Der Abschluss ist einfach. Den linken Fuß zum rechten stellen. Drei Kreise machen: Die Hände seitlich heben, einatmen, vorne senken, ausatmen. Am Ende die Hände auf den Unterbauch (Dantian) legen, für einige Atemzüge dorthin konzentrieren.

Am besten in frischer Luft üben oder bei offenem Fenster, aber natürlich geht’s auch im Zimmer. Man kann die Übung auch öfter machen.

Asian Medicine and COVID-19

Asian Medicine ist eine multidisziplinäre Zeitschrift,   gerichtet an Forscher und Praktiker der asiatischen Medizin, in der wissenschaftlic...