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Monday, April 20, 2020

Sitzen in Stille: Das „Betrachten des Atems“

Hier ist nun eine genauere Beschreibung der Übung des „Betrachtens des Atems“ .

Diese Methode des ruhigen Sitzen ist einfach und sehr wirkungsvoll und eine wichtige Ergänzung zum bewegten Qigong. Es war Prof. Lin Zhongpeng vom Chinese College for Advanced Studies in Beijing, der mich in den Details dieser Übung unterrichtet hat.

Das Wichtigste bei der Praxis des ruhigen Sitzens ist, tiefe geistige Ruhe einkehren zu lassen und die zufällig entstehenden Gedanken nicht zu beachten. Es ist das Yin, aus dem das Yang - die innere Bewegung, der warme, belebende Fluss des Qi - entsteht, es ist die tiefe Ruhe, die zu den tiefgreifenden Wirkungen des stillen Sitzens auf die Gesundheit führt.

Man setzt sich aufrecht auf einen Stuhl, ohne sich anzulehnen. Dies war und ist eine auch in China weitverbreitete Meditations-Haltung, und sie ist für die meisten Menschen die einfachste.

Die Hände werden auf Knie oder Oberschenkel gelegt. Man hält den Rücken gerade, aber nicht steif. Die Augen werden ganz oder halb geschlossen. Der Kopf ist aufrecht, der Blick ist leicht nach unten gerichtet.

Zuerst spürt man das Ein und aus des eigenen Atems. Mit der Zeit wird sich dieser beruhigen und feiner werden und langsamer. Wenn man auf diese Art sitzt, mit halbgeschlossenen Augen, ruhig atmet und den Blick nach unten richtet, ohne zu fokussieren, dann erscheint die Nasenspitze wie ein weißer Fleck. Man richtet die Aufmerksamkeit dorthin, und lässt sie in Folge weiter nach unten sinken, bis sie ungefähr auf Nabelhöhe angelangt ist. Die Aufmerksamkeit schwebt quasi vor dem Unterbauch, während man das Ein- und Ausströmen des Atems spürt.

Wenn man die Aufmerksamkeit verliert, bringt man sie wieder zurück zum Atem und vor den Unterbauch. Nur leicht konzentrieren, die Aufmerksamkeit bleibt während des ganzen Zeit des ruhigen Sitzen entspannt und gelöst.

Zu Beginn genügen fünf bis zehn 10 Minuten. Im Laufe der Zeit kann man natürlich auch länger sitzen.

Zum Abschluss hebt man die Hände langsam und legt die Handflächen auf die Augen, bis man spürt, dass man aus dem meditativen Zustand aufgetaucht und wach ist und klar.

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