Temporärer Blog mit Informationen zu Chinesischer Medizin und Qigong für die Zeit der Coronavirus-Pandemie

Thursday, January 14, 2021

Dr. Zhang Boli - TCM und Covid-19 in China

Es ist nicht so leicht, nicht-chinesischsprachiges Material zur Pandemiebekämpfung in China zu finden. Aber hier sind nun zwei kurze Berichte aus dem chinesischen Fernsehen mit englischen Untertiteln, die den Aspekt der Pandemiebekämpfung zeigen, der bei uns nicht nur in Österreich nicht einmal ignoriert wird. Oder wenn erwähnt, als unwissenschaftlicher Humbug oder Pseudomedizin abgetan wird: nämlich die TCM.

In den beiden Berichten wird einer der drei letztes Jahr in der Pandemiebekämpfung wichtigsten TCM-Ärzte porträtiert, Zhang Boli 张伯礼, Rektor der TCM-Universität Tianjin und Mitglied der Akademie der Medizinischen Wissenschaften.

In den beiden Videos wird über Wuhan gesprochen, dort wütete das Coronavirus am schlimmsten und dort waren die meisten Toten zu verzeichnen. Die Lage in Wuhan verbesserte sich rapide, als aus ganz China TCM-Behandlungsteams mit hunderten von Spezialisten nach Wuhan entsandt wurden. Zhang Boli leitete eines dieser Behandlungsteams. 

Die TCM wurde in Wuhan in 90% der Fälle eingesetzt, allein oder in Kombination mit der westlichen Medizin. Am wichtigsten waren hierbei die Kräuterdekokte, über die habe ich ja schon im Frühjahr geschrieben wie z.B. den „Dekokt zur Klärung der Lunge und Elimination von Toxinen“. 

Dekokte wurden Verdachtsfällen, Personen in Quarantäne, Kontaktpersonen infizierter Personen und Personen mit unklarer Diagnose verabreicht, um möglichst frühzeitig die Übertragungswege des Virus zu stoppen und auch, um Covid von anderen Erkrankungen wie z.B. der Grippe differenzieren zu können. 

Das gesamte Arsenal der TCM inklusive Qigong und Massage wurde bei leichten Fällen zum Einsatz gebracht, um schweren Krankheitsverläufen vorzubeugen. Dr. Zhang Boli berichtet, dass im Jiangxia Provisorischen Krankenhaus in Wuhan, an dem er arbeitete, insgesamt 564 leichte und normale Fälle behandelt wurden, bei keinem einzigen trat eine Verschlechterung ein, und es gab keine Infektionen unter dem Krankenhauspersonal. 

Patienten mit schwerem Verlauf wurden ebenfalls mittels einer Kombination von TCM und westlicher Medizin behandelt, was zu schnellerer Genesung und einer Senkung der Mortalitätsrate führte. 

Und dann gab es noch ein umfassendes TCM-Rehabilitationskonzept zur umfassenden Genesung.

Die weltweite Pandemie ist weltweit nun in ein Stadium eingetreten, dass sie selbst bei Akzeptanz von TCM-Kräuterdekokten in den Staaten des Westens nicht mehr eingedämmt werden könnte, diese Menge an natürlichen Resourcen gibt es einfach nicht. Trotzdem ist es wichtig, sich bewusst zu machen, was in China gezeigt werden konnte, nämlich dass die TCM in einer Pandemie hochwirksam und schnell eingesetzt werden kann, und dass sie genau das besitzt, was der westlichen Medizin fehlt, auch wenn es nur wenige zur Kenntnis nehmen wollen: die massgeschneiderten Rezepturen zu Vorbeugung, Behandlung und Rehabilitation. 

Warum China selbst jetzt, zu einer Zeit, wo sich die Situation in Europa und Amerika im Vergleich zum Frühjahr um ein Vielfaches schlimmer entwickelt hat, solch niedrige Infektionszahlen aufweist, wird immer auf den Despotismus der chinesischen Regierung zurückgeführt, der selbst die drastischsten Maßnahmen erlaubt, abgesehen davon werden ja auch die offiziellen Zahlen immer bezweifelt. Man könnte aber doch auch fragen: gibt es angesichts dessen, dass Covid in China unter Kontrolle ist, außer großflächigen Lockdowns, strenger Isolierung, intensivem Testen vielleicht auch einen in unserer Presse unterrepräsentierten oder übersehenen Aspekt des Umgangs mit der Covid-19-Pandemie?

Leider finden es westliche Journalisten nicht notwendig, diesbezüglich zu recherchieren und zum Beispiel zu berichten, das es in China eine klare Strategie der Pandemiebekämpfung gibt und wie diese im Detail aussieht. Die TCM ist nämlich Teil dieser Strategie, doch erfährt man dies bei uns nicht.

China steht im Westen unter heftiger Kritik, aufgrund der Internierung von Millionen Uighuren in Xinjiang, des Sicherheitsgesetzes und des Ausschaltens der demokratischen Opposition in Hongkong, der Drohgebärden gegenüber Taiwan, um nur einige wenige Punkte unter vielen zu nennen. Auch sind viele Aspekte der chinesischen Pandemiebekämpfung nur in einem autokratischen Staat umsetzbar, nicht jedoch in den demokratischen Gesellschaften des Westens. Doch einen Aspekt gibt es, der nicht im Widerspruch zur Demokratie steht, und das ist die TCM, worauf ich mit den beiden Videos wieder einmal hinweisen möchte.

In einem anderen Beitrag werde ich ein paar der Quellen posten, die zu TCM und Covid-19 im Netz zugänglich sind. Zur TCM-Rolle bei der Covid-19-Bekämpfung gibt es das zu diesem Thema verfasste Buch von Dr. Zhang Boli inzwischen auch auf Englisch: 

Zhang Boli, Liu Qingquan: Traditional Chinese And Western Medicine For Diagnosis And Treatment Of Coronavirus Disease 2019 

Hier sind die beiden Videos. Dass sie aus dem chinesischen Fernsehen stammen, merkt man an der manchmal pathetischen Musik. :)



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