Temporärer Blog mit Informationen zu Chinesischer Medizin und Qigong für die Zeit der Coronavirus-Pandemie

Sunday, February 7, 2021

Alllgemeine Bemerkungen zu den Entspannungsübungen

Ich möchte heute mit ein paar allgemeinen erklärenden Bemerkungen noch einmal auf die Fangsonggong/Entspannungsübungen eingehen.

Diese stellen nicht nur hervorragende Basisübungen des Qigong dar, sie sind auch ein wichtiges Übungselement, um ein weiter bis sehr fortgeschrittenes Qigong-Niveau erreichen zu können, und darüberhinaus gehören sie auch zu den am häufigsten angewandten therapeutischen Qigong-Methoden.

Die Entspannungsübungen gehören zu den Stille-Übungen. Im Qigong unterscheidet man ja zwischen den beiden großen Kategorien Bewegung und Ruhe/Stille, also Übungen in Bewegung und Übungen in Ruhe.

Wechselseitig stellen die Übungen der einen Kategorie die Basis der anderen dar, das heißt, durch ruhige Übungen erwirbt man dasjenige stabile Fundament, auf dem aufbauend bewegte Übungen erst eine bessere bis hohe Wirksamkeit entfalten können. Fehlt dieses Fundament, entwickelt man sich nie über ein bestimmtes Niveau hinaus, und, was vor allem therapeutisch bedeutsam ist, es bleibt die Wirksamkeit des bewegten Qigong ziemlich beschränkt, mit anderen Worten, man kommt selbst bei fleißigem Üben nicht sehr weit. 
 
Umgekehrt ist es so, dass es das regelmäßige Üben von bewegtem Qigong braucht, damit man die Fähigkeit zum Eintreten in Zustände tieferer Ruhe und Stille erwirbt. Die stillen Übungen fallen einem auf Basis der bewegten Übungen viel leichter, auch sie wirken dann besser, und man kann auch vermeiden, dass es zu gewissen Qigong-Fehlentwicklungen kommt.

Übungen in Bewegung und in Ruhe sind also gleichermaßen wichtig. Qigong nur mit Übungen einer Kategorie zu üben ist einseitig, es wirkt auf die Dauer einschränkend und erschwert bzw. verhindert, dass sich die erwünschten tiefergehenden Wirkungen und Übungserfolge einstellen.

Wie erwähnt, Ruhe-Übungen gehören zu den am häufigsten angewandten therapeutischen Qigong-Methoden. Drei Aspekte sind charakteristisch für sie: spezielle Körperhaltungen, spezielle Atemtechniken und spezielle Methoden der Versenkung in die Stille. Typisch für diese Art der Übungen ist, dass sich der Körper zwar in einem Zustand der Ruhe befindet (ruhiges Sitzen, Liegen, oder auch Stehen), doch bezieht sich dieser Zustand der Ruhe nur auf das Außen, auf die physische Unbewegtheit. Das Innere des Körpers (Meridiane, Qi-Bahnen, innere Organe) ist hingegen nicht ruhig, sondern befindet sich in einem Zustand gesteigerter Qi-Aktivität.

Während des letzten Jahres habe ich auf dem Blog und auf YouTube eine Reihe von Übungen vorgestellt, Übungen, wie sie Prof. Cong (Taiyi Yuanminggong - Die Übung des Ursprünglichen Lichtes) und Prof Lin (Tongtian Guandigong - die Übung der Kommunikation mit Himmel und Erde) vor Jahren unterrichtet hatten, darüberhinaus auch Übungen wie die Sechs Heilenden Laute, die Leichten und Unbeschwerten Übungen, das Einfache Taiji zur Förderung der Gesundheit und eine Reihe von Massagen. All diese Übungen gehören zur Kategorie des Qigong in Bewegung.

Von mir ist das nicht so gemeint, dass man nun all dies üben sollte, das wäre viel zu viel. Ich wollte sinnvolle Übungen für die Pandemie zeigen, und auch die Zwangspause dazu nutzen, Qigong-Methoden zu zeigen, die bisher in den Kursen zu kurz gekommen sind, und denjenigen, die interessiert sind, einen ein wenig weiteren Überblick über das schier unendliche „Meer des Qi“ zu geben.

Was das konkrete Üben betrifft: Man wählt am besten einfach eine oder zwei dieser Methoden aus und übt diese dann, allerdings so regelmäßig wie möglich. Oder man bleibt bei Übungen, die früher in den normalen „analogen“ Qigongzeiten Inhalt der Kurstunden und Seminare waren (Fanhuangong, Qigong-Gehen, Laozis Übung der Kultivierung des Wirklichen, die Übung des Schwimmenden Drachen, die Übungen von Jia Laoshi und Prof. Xia Shuangquan etc.).

Man braucht keine künstlichen Hierarchien herzustellen, es handelt sich bei allen Übungen um hervorragende Qigong-Methoden. Beim Posten von Übungen achte ich auch sehr darauf, dass die Übungen untereinander nicht im Widerspruch stehen, und auch nicht mit den Übungen, die ich sonst in den Kursen unterrichte. Das heißt man kann unbesorgt auch eine Kombination dieser Übungen üben.

Stille-Übungen habe ich bisher jedoch nur eine gepostet, das auf Zhu Xi zurückgehende Betrachten des Atems (Guanxifa). Das ist zu wenig, darum werde ich in der nächsten Zeit, neben bewegten Übungen, auch noch einige weitere Fangsonggong/ Entspannungsübungen posten.

Wie gesagt, sie gehören zur Kategorie der Stille-Übungen und ich kann sie, als wesentliche Ergänzung zu den bewegten Übungen, nur wärmstens empfehlen.

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