„Zu Beginn sind alle Prozesse fein und subtil, am Ende jedoch ausgedehnt und manifest.“ So ist es zur Zeit auch mit dem Frühling. Er ist schon angekommen, hier in Wien, wenn auch langsam, und etwas zögerlich. Doch was subtil und fein beginnt, als „ein Tupfen Rot“, um den Dichter Su Dongpo 蘇東坡 (1037-1101) zu zitieren, „trägt in sich schon die ganze Grenzenlosigkeit des Frühlings“.
Hier ein wunderbares Bild des Malers Luo Ping 羅聘 (1733-1799) aus der Qing-Dynastie: Eine Päonie, gemalt mit Fingern und Fingernägeln, entstanden ca. 1760:
Die Kalligraphie auf dem Bild sagt:
偶爾靈機茁小芽放開精彩直無涯
指頭既不為心役天際拈來絕品花
Hin und wieder sprießen kleine Knospen der Inspiration
und eröffnen das Wunderbare, direkt und grenzenlos.
Meine Fingerspitzen, frei schon vom Drängen des Geistes,
bringen vom Rande des Himmels eine unvergleichliche Blume zurück.
